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Unpopulär, aber richtig

Während andere Länder– wie Berlin – massenhaft Quereinsteiger einstellen, beweist Bayern Mut beim Kampf gegen den Lehrermangel: Die Pädagogen müssen vorübergehend mehr arbeiten.

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Artikelbild: Unpopulär, aber richtig

Foto: perictione/pixabay.com, CC0.

BIS 2025 SOLLEN Tausende Grundschullehrer fehlen. Die Bertelsmann-Stiftung sagt: über 26 000. Die Kultusministerkonferenz (KMK) sagt: knapp 11 000. Jetzt kann man lange darüber diskutieren, wie die Prognosen derart unterschiedlich sein können und wer am Ende Recht hat. Fest steht: Die Lücke wird richtig wehtun. Und Folgen haben vor allem für jene Kinder, die in den nächsten Jahren die Grundschule durchlaufen.

In Berlin etwa wurden die neuen Lehrerstellen 2018 zu 60 Prozent mit Quereinsteigern besetzt. Ohne deren Motivation oder Engagement abwerten zu wollen: Wenn laut aktueller Pisa-Studie schon jetzt mehr als 20 Prozent der 15-Jährigen zum Beispiel nicht richtig lesen können, bleibt es angesichts solcher Einstellungsquoten abzuwarten, wie viele es bei der nächsten Generation ehemaliger Grundschüler sein werden.

Die Bundesländer liefern sich derweil einen ins Absurde reichenden Wettbewerb um die vorhandenen Lehramtsabsolventen, der sie durch diverse Höherstufungen der Lehrergehälter schon jetzt teuer zu stehen kommt und in ein paar Jahrzehnten noch teurer: Bis auf Berlin winken alle Bundesländer inzwischen wieder mit der Verbeamtung, und in Berlin würde die Partei von ...

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Kommentare

#1 -

Caves_of_steel | So., 19.01.2020 - 21:51
Jetzt stellt sich aber doch die Frage wie das langfristig wirkt:

Unzweifelhaft richtig ist ja erstmal, dass es zu wenig Lehrer gibt und wenn wir Mal ehrlich sind brauchen wir ja nicht nur eine Deckung von 100% der Stunden, denn auch Lehrer werden Mal krank, oder machen Fortbildungen, Wandertage oder was weiß ich noch, sodass man eben auch ein bisschen über eine formale volle Deckung kommen muss.



So wie bringen wir jetzt Akademiker dazu diesen Beruf zu ergreifen?

Die gesellschaftliche Anerkennung ist ja schonmal nicht sehr hoch - denn wenn Gerd Schröder sagen kann, dass alle Lehrer faule Säcke sind ...

#2 -

Th. Klein | Mo., 20.01.2020 - 08:09
Aufstockung um eine Stunde mehr, aber wofür denn eigentlich? In der Grundschule (in Bayern) haben die SchülerInnen in Jahr 1 nur 23 Stunden, in der 2. Klasse 24 Stunden, in der 3. Klasse 28 Stunden und in der 4. Klasse 29. Stunden. Wann soll den die zusätzliche Stunde abgeleistet werden, wenn keine SchülerInnen mehr in der Schule sind? Mir ist das in der Praxis noch nicht klar. An der Schule meiner Frau machen manche LehrerInnen schon jetzt anderweitige Aufgaben in den Stunden, die sie nicht mit Unterricht füllen können. Kann ja auch was nutzen, ist aber kein Mittel gegen unbesetzte ...

#3 -

Ilse Schaad | Mi., 22.01.2020 - 12:57
Seit 1990 wurden in allen Bundesländern die Pflichtstunden der Lehrkräfte zwei- oder dreimal erhöht. In Bayern zweimal, in Berlin dreimal. Diese Erhöhungen dienten nie der Bedarfsdeckung, sondern allein dem Ziel, Stellen zu streichen. Diese Politik war kurzsichtig und basierte auf falschen Zahlen, wie man heute weiß. Schon allein deshalb ist eine Prognose, dass ab 2025 genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen, Unsinn. Weniger Lehrkräfte braucht man dann nicht, die Schüler*innen, die heute eingeschult werden, sind dann alle noch da und brauchen in den weiterführenden Schulen sogar mehr Lehrkräfte. Der Mangel wird uns bei zuverlässiger Berechnung noch 10 bis 15 Jahre ...

#4 -

Michael Felten | Mi., 22.01.2020 - 13:40
Klar ist: Es gibt zumindest auf Jahre zu wenig Lehrer. Die Schuldigen dafür sind benannt, das macht aber die Situation für jetzige Schüler nicht besser. Auch Seiteneinsteiger lindern die Lage lediglich. Also darf man auch unkonventionelle Übergangsnotlösungen erwägen - hier ist eine:



# die wöchentliche Stundenzahl des Unterrichts absenken, vermehrt direct instruction praktizieren (Nein, das ist keine stupide Frontalbelehrung!) und Übungsarbeit in beaufsichtigte Großsilentien oder Heimarbeit (Guter Ort für Lernvideos!) verlegen;

# alle Schüler-Beschäftigungen (AGs) im verpflichtenden Ganztag auf externe Anbieter übertragen;

# alle nicht-unterrichtlichen Tätigkeiten auf das Nötigste kürzen (z.B. die mit Schulinspektion/Qualitätsanalyse beauftragten Lehrkräfte wieder in der 'Produktion' ...

#5 -

Schäfer | Mi., 22.01.2020 - 23:40
Frau Schad hat Recht, in Bärlin wurde seit 1985 von damals 22 Wochen-stunden auf heute 26 WoStd. erhöht. Seit 2004 werden keine Verbeatungen vorgenommen. Quereinsteigerquoten von über 50 % Grundschulen. Welche Gewerk-schaft hat dieses Desaster in Bärlin zugelassen Frau Schad (GEW) ?

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