Wie gut ist guter Durchschnitt?
Deutschlands Schüler behaupten sich in der neuen PISA-Studie über dem Mittelwert. Nicht zufriedenstellend, sagt Bundesbildungsministerin Karliczek. KMK-Präsident Lorz sieht die Ergebnisse dagegen teilweise durchaus positiv.

Foto: kaboompics / pixabay - cco.
"GUTE ERGEBNISSE IM LESEN", vermeldet die deutsche PISA-Koordinatorin Kristina Reiss. Die 15-Jährigen in Deutschland überträfen mit ihren Lesefähigkeiten den Durchschnitt der Jugendlichen in den OECD-Staaten. "Auch in Mathematik und Naturwissenschaften erreichen die deutschen Ergebnisse ein gutes Niveau." So steht es in der Pressemitteilung des Zentrums für internationale Vergleichsstudien (ZIB) an der Technischen Universität München, das Reiss leitet.
"Wir liegen immer noch leicht über dem Durchschnitt aller OECD-Staaten, doch der jüngste Trend nach 2015 geht nach unten. Das kann uns nicht zufriedenstellen", sagt dagegen Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Deutschland stehe nicht viel besser da als Anfang der 2000er Jahre, als die erste PISA-Studie veröffentlicht wurde. Doch hätten die unerwartet schlechten Werte damals eine Reaktion ausgelöst – eine Dynamik, die inzwischen deutlich nachgelassen habe. "So als hätten wir uns ein Stückweit daran gewöhnt, Durchschnitt zu sein."
Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz (CDU), wiederum befindet, seit PISA 2000 habe sich sehr wohl "einiges zum Positiven verändern – vor allem, wenn man im Hinterkopf behält, wie sich seitdem die Herausforderungen für das Schulsystem entwickelt haben." Relativ zu anderen PISA-Staaten habe sich Deutschland kontinuierlich nach oben bewegt, sagt Lorz, im Hauptberuf hessischer Kultusminister – und der Abstand zur Spitzengruppe sei von Mal zu Mal immer kleiner geworden. "Andererseits ist uns sehr wohl klar, dass unser Aufstieg im Wesentlichen dadurch zustande gekommen ist, dass andere Länder in der Spitzengruppe zum Teil kräftig Punkte eingebüßt haben."
Schon diese drei Kommentare zeigen, dass die Debatte um die Schlussfolgerungen aus PISA 2018, aus den heute Morgen veröffentlichten Ergebnissen der internationalen Vergleichsstudie, kontrovers werden dürfte. Daher zunächst ein paar Fakten.
Bei der Lesekompetenzen liegen die getesteten deutschen 15-Jährigen mit 498 Punkten statistisch signifikant über dem Schnitt (487) der 36 Länder, die Mitglied im Industriestaatenclub OECD sind. Auf einem ähnlichem Level finden sich zum Beispiel die USA, Dänemark oder Frankreich. Deutlich besser lesen können die Schüler unter anderem in Estland (523 Punkte), Kanada ...
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Kommentare
#1 - "Wir müssen das gesamte Bildungssystem in den Blick…
Das sind ja nur Politikerparolen! Die konnte man sich zurecht legen, bevor man die Ergebnisse kannte!
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