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Von Gangelt lernen

Warum die Heinsberg-Studie trotz des Wirbels der vergangenen Tage wichtig ist – und was die Debatte über bisherige Versäumnisse in der Erforschung der Pandemie aussagt.

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Artikelbild: Von Gangelt lernen

Ortseinfahrt von Gangelt . Huckety: " Ortseingang von Gangelt.jpg ", CC BY-SA 3.0 .

WISSENSCHAFTLICHE ERKENNTNIS ist in der Corona-Pandemie gefragt wie nie. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Job von Wissenschaftlern im Augenblick besonders dankbar ist. Im Gegenteil: Je relevanter ihre Äußerungen für den politischen Entscheidungsprozess werden, desto härter bläst ihnen der Wind der öffentlichen Meinung entgegen.

Beispiel 1: Als die 26-köpfige Arbeitsgruppe der Leopoldina gestern Mittag ihre mit Spannung erwarteten Empfehlungen vorlegte , inklusive Fahrplan für eine schrittweise Lockerung des Shutdown, hagelte es neben viel Zustimmung heftige Kritik. Realitätsfremd! Einseitig! Und fast nur Männer unter den Autoren der Stellungnahme! Was wüssten die schon über den Alltag in Schulen und das Verhältnis kleiner Kinder zur Hygiene, empörten sich Lehrkräfte in den sozialen Medien. Dass nur zwei Frauen an den Empfehlungen mitgearbeitet haben, ist in der Tat, wie es ein Kritiker auf Twitter ausdrückte, "erschütternd". Und doch, wer die 16 Seiten Text liest, findet ein Papier mit Schwächen und Stärken; den Vorwurf allerdings, hier werde mehrheitlich einseitig und ohne Realitätsbezug argumentiert, ...

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Kommentare

#1 -

Raphael Wimmer | Di., 14.04.2020 - 12:37
Volle Zustimmung zu einem Punkt: momentan wird hier unter großem Zeitdruck live und öffentlich geforscht, ohne Netz und doppelten Boden. Da sollte man von den Wissenschaftlern nicht Übermenschliches erwarten.



Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass selbst bei in Ruhe geplanten und durchgeführten Studien oft Fehler passieren oder zu weit gehende Schlüsse gezogen werden.

Weil die Forschung bei COVID-19 live und öffentlich geschieht, kann und muss auch das erste Peer-Review live und öffentlich stattfinden. Da ist es natürlich problematisch, dass dieses Peer-Review nicht double-blind ist, sondern sich Autoren und Kritiker sich in einen persönlichen Konflikt vor Publikum begeben müssen.

Das wirkt ...

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