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Wissenschaftsminister kritisieren Infektionsschutzgesetz

In einem gemeinsamen Brief an die Bundesregierung fordern sie Klarstellungen im Sinne der Hochschulen und erklären, wie sie bis dahin das Gesetz möglichst studierfreundlich auslegen werden.

SPÄT SIND SIE AUFGEWACHT, aber immerhin. Am Tag, nachdem Bundespräsident Steinmeier das neue Infektionsschutzgesetz unterzeichnet hat, melden sich die Landeswissenschaftsminister aller 16 Länder mit einem gemeinsamen Brandbrief bei der Bundesregierung und fordern Klarstellungen und Nachbesserungen.

Die Regelungen für den Hochschulbereich übertrügen "die für den Schulbereich konzipierten Regelungen, ohne die Unterschiede und Besonderheiten des Hochschulbereichs angemessen zu berücksichtigen", kritisieren die Ressortchefs in ihrem Schreiben an Gesundheitsminister Spahn und Bildungsministerin Karliczek (beide CDU), das mir vorliegt. "Hochschulseitig erreichen uns daher nunmehr zahlreiche und dringende Auslegungsfragen."

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hatte bereits vor Verabschiedung des Gesetzes durch Bundestag und Bundesrat am Dienstag in ungewöhnlich heftig im Ton gegen den Wortlaut protestiert . Die "pauschale(n) und untaugliche(n) Regelungen für den Lehr- und Studienbetrieb an den Hochschulen" gefährdeten die bisherigen Leistungen der Hochschulen.

Die Wissenschaftsminister, zusammengebracht von der Theresia Bauer aus Baden-Württemberg (Grüne), schreiben nun: Mit den bisherigen Regelungen eines überwiegend digitalen Lehrbetriebs und ausnahmeweisen Präsenzbetriebs seien die Hochschulen in der Lage gewesen, "den Studierenden weitgehend vollwertige Semester und damit die Nutzung der verfassungsrechtlich gebotenen Lebens- und ...

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Kommentare

#1 -

Edith Riedel | So., 25.04.2021 - 12:29
Wir sehen auch hier, wie bei unserer Ministerin für Bildung und Forschung so oft, kein Interesse für die Belange der Forschung, und eine sträfliche Vernachlässigung des Hochschulbereichs. Würde man von diesem Amt nicht Einsatz, nicht nur aber zumindest AUCH, für den Hochschulbereich erwarten? Ich denke da an Schavan oder auch Wanka. Die hätten gewusst, woran die Hochschulen leiden, und hätten sich eingesetzt! Es wird allerhöchste Zeit für einen Wechsel in diesem Amt. Diese Frau ist ein Armutszeugnis für den Wissenschaftsstandort Deutschland.

#2 -

Bernadette Stolle | Mi., 28.04.2021 - 08:40
Inhaltlich ist das Infektionsschutzgesetz mit Blick auf die Hochschulen eindeutig zu kritisieren, aber dieses Gesetz ist durch Bundestag und Bundesrat beschlossen worden und demnach jetzt umzusetzen. Wenn einige Hochschulen in NRW jetzt meinen, auch bei einem Inzidenzwert von Ü165 weiterhin Präsenzveranstaltungen anbieten zu können, ist dies mit dem Gesetz nicht vereinbar und damit wird letztlich auch ein Prinzip unserer parlamentarischen Demokratie missachtet. Warum soll sich ein Gastronom, dessen Restaurant seit Monaten geschlossen ist, an ein Infektionsschutzgesetz halten? Warum sollen Kulturschaffende weiterhin faktisch nicht arbeiten dürfen? Warum soll ich in Bus und Bahn eine FFP2-Maske tragen? Unter anderem doch auch, weil ...

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