Weniger Programme, mehr Mittel
Der schwarz-rote Koalitionsvertrag hat die Chance verpasst, die Hochschulförderung zwischen Bund und Ländern neu zu ordnen. Wie ein schlankes Modell aussehen könnte. Ein Gastbeitrag von Achim Wiesner.

"VERBESSERN", "verstärken", "ausbauen", "erhöhen": die Vokabeln des Koalitionsvertrags für den Bereich Wissenschaft. Viele bekannte Vorhaben für viel Geld. Faktisch wird auch hier nahezu überall ein Finanzierungsvorbehalt gelten. Hinzu kommt ein Versprechen der voraussichtlich nächsten Regierung an die Adresse von Hochschulen und Forschungsinstituten: "Wir bauen Bürokratie zurück und denken Prozesse von Grund auf neu" (Seite 77). Hoffentlich stößt dabei die Initiative der Uni-Kanzler:innen auf Gehör.
Doch wer "von Grund auf neu" denken und Bürokratie abbauen will, muss zugleich das Verhältnis von Bund und Ländern in der Hochschulförderung neu ordnen. Das wäre auch ohne Grundgesetzänderung möglich, wenn man die Logik und Anzahl der zahlreichen Bund-Länder-Programme für Hochschulen verändert (die ohnehin eine sehr deutsche Spezialität sind).
Der "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken" (ZSL) von Bund und Ländern geht in die richtige Richtung: Der Bund fördert dauerhaft und mit jährlich steigenden Mitteln die Hochschulen, er tut dies mit einer sehr breiten Zielbestimmung ("eine flächendeckend hohe Qualität von Studium und Lehre, gute Studienbedingungen in der Breite der deutschen Hochschullandschaft sowie der bedarfsgerechte Erhalt der Studienkapazitäten in ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen