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Was heißt hier 3,5 Prozent?

Die grüne Spitzenkandidatin in Berlin soll Wissenschaftssenatorin werden, der neue Senat will den Hochschulen weiter 3,5 Prozent im Jahr zusätzlich gönnen. Erleichterung für die Hochschulen – die auch im Bund künftig jedes Jahr garantiert mehr bekommen sollen? Leider nur auf den ersten Blick.

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Artikelbild: Was heißt hier 3,5 Prozent?

Bild: Julien Tromeur / Prixabay.

AM WAHLABEND ENDE SEPTEMBER sah es kurzzeitig so aus, als könnte die grüne Spitzenkandidatin in Berlin, Bettina Jarasch, Regierende Bürgermeisterin werden. Jetzt soll sie zumindest ein Amt von Michael Müller übernehmen: Sie werde Wissenschaftssenatorin, berichtete zuerst die Berliner Morgenpost, inzwischen bestätigten dies Verhandlungskreise. Auch "Gesundheit" gehört künftig zu dem Groß-Ressort.

Schön für die Wissenschaft: Um dieses Politikfeld reißt sich also weiter das Spitzenpersonal der Parteien. Auch dürfte es für die Berliner Universitäten, gebeutelt wie sie bereits sind durch die Debatte ums (auch von den Grünen verantwortete) neue Hochschulgesetz, eine Erleichterung sein, wenn kein Linker Senator für Wissenschaft wird. In der neuen Legislaturperiode steht die Verteidigung ihrer gemeinsamen "Berlin University Alliance" in der Exzellenzstrategie an, und es wäre kaum vorstellbar gewesen, dass ein Tobias Schulze oder ein Klaus Lederer vor den Begutachtern und an der Seite der Unipräsidenten enthusiastisch weitere Exzellenz-Unterstützung durch die Landespolitik gelobt. Obwohl genau ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Mo., 29.11.2021 - 11:29
der Vergleich mit Harvard ist nicht ganz fair und auch nicht sachgerecht. Harvard ist keine staatliche Hochschule sondern ein privates Bildungsunternehmen.

Wenn Vergleiche mit amerikanischen Unis, dann vielleicht mit Ohio State University. Diese Uni ist nicht so spektakulär wie üblichen Verdächtigen, der finanzielle Vergleich aber dann doch ähnlich ernüchternd.

#3 -

zu klaus und david | Mo., 29.11.2021 - 17:55
naja so ganz stimmt das beides nicht - auch nicht das von jan-martin - ein blick in thomas pickettys "das kapital" gibt aufschluss über die finanzen von harvard&co - auch im vergleich zu den weniger gut ausgestatteten privaten unis und den staatlichen sowieso - kurz zusammengefasst: wer hat dem gibt der kapitalmarkt nicht nur mehr, sondern so richtig viel mehr - nicht durch steigerung des stiftungsvermögens, sondern durch kapitalerträge - denn die uni, die richtig viel kapital hat, die erwirtschaftet nicht nur absolut mehr ertrag, sondern vor allem relativ macht sie einige prozent mehr schotter als die "armen" unis - ...

#4 -

Jan-Martin Wiarda | Mo., 29.11.2021 - 19:12
Hier ein Artikel, der den aktuelle Harvard-Vermögenszuwachs recht gut beschreibt. https://www.manager-magazin.de/finanzen/geldanlage/harvard-die-reichste-uni-der-welt-wurde-erneut-deutlich-reicher-a-b597ec68-ab7c-44c1-95fd-795b8b33b022



Zitat:

"Wie aus dem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Jahresfinanzbericht hervorgeht, erhöhte die renommierte Hochschule im US-Bundesstaat Massachusetts ihr Vermögen binnen eines Jahres um 27 Prozent... Der sogenannte Reservefonds stieg den Angaben zufolge bis zum Ende des Haushaltsjahres im Juni um 27 Prozent auf 53,2 Milliarden Dollar. Zudem erhielt Harvard 465 Millionen Dollar an Spenden für den Reservefonds."



>>> 27 Prozent Wachstum des Reservefonds: 11,31 Milliarden. Plus 0,465 Milliarden Spenden ergibt Vermögenszuwachs um 11,78 Milliarden.



Viele Grüße!

#5 -

Larissa Klinzing | Di., 30.11.2021 - 12:32
Der Vergleich mit einem andersartigen Finanzierungsmodell ist nicht dramatisch, wenn dem Lesepublikum der Kontext bekannt ist und keine kausale Forderung folgt, Millionen in Milliarden "umzuwandeln".
Dagegen ist eine unkritische Betrachtung des BUA-Vorhabens für so einen gut informierten Autor erstaunlich. Nach zwei Jahren des Verbundes hängen seine Schwierigkeiten mit Sicherheit nicht an der mangelnden finanziellen und verbalen Unterstützung der Landespolitik.

#6 -

Jan-Martin Wiarda | Di., 30.11.2021 - 12:48
@Larissa Klinzing: Point taken. Dazu habe ich hier nichts geschrieben, aber in anderen Zusammenhängen – siehe zum Beispiel das Interview mit Herrn Ziegler – äußere ich mich dazu sehr wohl sehr deutlich. Viele Grüße!

https://www.jmwiarda.de/2021/11/04/ich-bin-ein-eher-zurückhaltender-typ/

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