Harvard und die Folgen
Wie steht es um die Freiheit des Wortes in der Wissenschaft? Wo liegen die Grenzen? Ihr Umgang mit dieser Frage hat zwei Uni-Präsidentinnen in den USA den Job gekostet. Doch die Folgen und Implikationen reichen tiefer und bis nach Deutschland.

Campus der Harvard University in Cambridge, USA. Foto: giggel, CC BY 3.0 / Wikimedia Commons.
EINEN TAG nachdem Claudine Gay Anfang Januar von ihrem Amt als Harvard-Präsidentin zurückgetreten war, veröffentlichte sie in der "New York Times" einen Meinungsbeitrag . Ja, sie habe Fehler gemacht, schrieb sie. Doch in der Kampagne gegen sie sei es in Wirklichkeit um mehr gegangen als eine Universität oder eine Unipräsidentin. "Nur ein Scharmützel in einem größeren Krieg" sei das gewesen, "der zum Ziel hat, das öffentliche Vertrauen in tragende Säulen der amerikanischen Gesellschaft zu zerstören."
Sie hoffe, mit ihrem Rücktritt hindere sie Demagogen daran, ihre Präsidentschaft weiter als Waffe einzusetzen in ihrer Kampagne, die Ideale zu unterminieren, die Harvard seit seiner Gründung ausmache: "Exzellenz, Offenheit, Unabhängigkeit, Wahrheit."
Waren das mehr als Schutzbehauptungen? Sind die Universitäten in den USA tatsächlich Geisel eines Kulturkampfes von rechts? Und zeichnen sich in Deutschland vielleicht längst ähnliche Entwicklungen ab?
Die fast unbedingte Freiheit des Wortes
Alles hatte damit begonnen, dass Gay und zwei weitere Präsidentinnen von US-Eliteuniversitäten im Dezember auf Initiative der Republikaner vor dem Bildungsausschuss des Repräsentantenhauses Stellung nehmen sollten zu sich häufenden antisemitischen Vorfällen auf dem Campus.
Befragt von der Ex-Präsident Trump nahestehenden republikanischen Abgeordneten Elise Stefanik, ob der Aufruf zum Völkermord an den Juden gegen universitäre Richtlinien zu Mobbing und ...
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Kommentare
#1 - Interessanter Beitrag, danke. Etwas gewundert habe ich mich…
#2 - The resignation letter by former Harvard president Gay…
#3 - Vielen Dank für den Artikel und für das Aufzeigen dieses…
#4 - Der Präsident des DHV, Lambert Koch, wird oben wie folgt…
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Die größte Gefahr sei, dass die Hochschulen einer immer stärkeren Politisierung ausgesetzt würden. ''Wissenschaft lebt von dem Mut und der Unverstelltheit eines lebendigen Diskurses um des Findens neuer Erkenntnisse und Wahrheiten willen." Dazu brauche es wissenschaftlich unangreifbares Führungspersonal und einen Vorschuss an Vertrauen.
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Wie wahr! Und insbesondere die kleine Teilaussage, dass es wissenschaftlich unangreifbares Führungspersonal braucht. Daran hapert es leider in D in vielen Fällen. Da sitzen of Personen auf den Präsidentenstühlen, die in der Wissenschaft eher wenig aufgefallen sind. Die Konsequenz ist, dass sie nicht wirklich ...
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