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Gleicher Wettbewerb oder gleiche Wettbewerbsbedingungen?

Die DATI-Gründungskommission hat in ihrem Empfehlungspapier "Transferexzellenz" als wichtigstes Ziel für die Agentur ausgegeben. Solange die HAWs strukturell benachteiligt sind, wird es damit aber nichts werden. Ein Gastbeitrag von Thomas Brunotte.

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Artikelbild: Gleicher Wettbewerb oder gleiche Wettbewerbsbedingungen?

Thomas Brunotte ist Geschäftsführer der Bundesvereinigung des Hochschullehrerbunds (HLB), demBerufsverband der Professorinnen und Professoren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften . Foto: hlb/Barbara Frommann.

DIE DATI-GRÜNDUNGSKOMMISSION hat ihr Empfehlungspapier zum Auf- und Ausbau der DATI vorgelegt. Dem Ursprungsgedanken für die Errichtung einer solchen Förderagentur, nämlich eine Art DFG für die angewandten Wissenschaften zu etablieren, begegnet die Kommission mit der Forderung nach einer konsequenten Offenheit der Fördereinrichtung für alle Akteure, insbesondere neben HAW auch Unis. Um das Kernproblem, das hinter diesem Ansatz steckt, zu kaschieren, fordert sie in englischer Sprache ein "level playing field". Das klingt interessant – auf Deutsch heißt das schlichtweg "gleiche Wettbewerbsbedingungen".

Die Wettbewerbsbedingungen der HAW gegenüber den Unis sind aber nicht gleich. Der Auftrag, Forschung, Innovation und Transfer zu betreiben, ist zum Beispiel in den Hochschulgesetzen der Länder für Unis und HAW höchst unterschiedlich normiert . Hinsichtlich ihrer Ressourcen sind HAW und Unis ungleich ausgestattet: Während die Professorinnen und Professoren an Unis mitunter durch ganze Teams von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ...

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Kommentare

#1 -

LeanderK | Mi., 17.07.2024 - 03:20
> nämlich eine Art DFG für die angewandten Wissenschaften zu etablieren, begegnet die Kommission mit der Forderung nach einer konsequenten Offenheit der Fördereinrichtung für alle Akteure



Ich verstehe dieses ganze framing hier überhaupt nicht. An jeder technischen Uni wird doch haufenweise angewandte Wissenschaft gemacht? Viele Industriekooperationen und so weiter. Da meine Perspektive die Informatik ist kann man sich ja mal das FZI in Karlsruhe anschauen. Für meinen Geschmack war es sogar zu angewandt! Bei diesem Text kommt es einem ja so vor als ob eine DFG für angewandte Wissenschaften an der Uni nichts zu suchen hat, kann ich jetzt nicht ...

#2 -

Norbert Esser | Mi., 17.07.2024 - 11:37
Die Diskussion über "Forschung an Fachhochschulen" läuft schon seit über 30 Jahren. Solange es politisch nicht gewollt wird, passiert nicht wirklich etwas. Zeit für Argumente: Wo sind HAW stark? In der dualen Ausbildung! Dabei immer in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft, die in dieser Hinsicht auch sehr an neuen Erkenntnissen aus der angewandten Forschung interessiert sein sollten. Hier sollte ein Bogen geschlagen werden. Wenn die Unternehmen es wollen, wird sich die Politik bewegen.

#3 -

Edith Riedel | Mi., 17.07.2024 - 13:40
Man kann und darf von der der DATI nicht erwarten, dass sie einerseits eine "Art DFG für die angewandten Wissenschaften" ist, und gleichzeitig eine "Agentur, die die angewandten Wissenschaften weiterentwickelt und die oben genannten ungleichen Wettbewerbsbedingungen zumindest perspektivisch nivellieren kann."



Wenn man beides von der Agentur haben will, dann wird sie lediglich eine wettbewerblich verbrämte Strukturförderung für HAWen. Dafür muss man nun wahrlich keine Agentur gründen. Die HAWen leisten extrem wichtige Ausbildungsarbeit in Zeiten des Fachkräftemangels. Es ist sehr wichtig, den Wert dieser Ausbildungsarbeit zu stärken und auch finanziell besser zu honorieren. Fatal wäre es, wenn die HAWen genau von ...

#5 -

Forschungsrefe… | Do., 18.07.2024 - 17:49
Es wäre so einfach gewesen: Die DFG fördert erkenntnisorientierte Forschung. Die DATI fördert anwendungsorientierte Forschung. Die Forschung muss jeweils ambitioniert und herausragend sein. Punkt!



Das Spielfeld, der Wettbewerb muss für alle gleich sein: Universitäten, Technische Universitäten, Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und FH/HAW. Es zählt alleine die wissenschaftliche Leistung des/der Antragstellenden.



Niemand sollte in einem inhaltlich orientierten Wettbewerb positiv diskriminiert werden. Es gelten die gleichen Spielregeln für alle, unabhängig von den Voraussetzungen.



Die FH/HAW treten regelmäßig in eine argumentative Falle, wenn es um Forschungspolitik geht. Sie sagen immer: Wir forschen genauso gut wie die Universitäten – halt nur anwendungsorientiert oder "anders" (was immer ...

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