Gleicher Wettbewerb oder gleiche Wettbewerbsbedingungen?
Die DATI-Gründungskommission hat in ihrem Empfehlungspapier "Transferexzellenz" als wichtigstes Ziel für die Agentur ausgegeben. Solange die HAWs strukturell benachteiligt sind, wird es damit aber nichts werden. Ein Gastbeitrag von Thomas Brunotte.

Thomas Brunotte ist Geschäftsführer der Bundesvereinigung des Hochschullehrerbunds (HLB), demBerufsverband der Professorinnen und Professoren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften . Foto: hlb/Barbara Frommann.
DIE DATI-GRÜNDUNGSKOMMISSION hat ihr Empfehlungspapier zum Auf- und Ausbau der DATI vorgelegt. Dem Ursprungsgedanken für die Errichtung einer solchen Förderagentur, nämlich eine Art DFG für die angewandten Wissenschaften zu etablieren, begegnet die Kommission mit der Forderung nach einer konsequenten Offenheit der Fördereinrichtung für alle Akteure, insbesondere neben HAW auch Unis. Um das Kernproblem, das hinter diesem Ansatz steckt, zu kaschieren, fordert sie in englischer Sprache ein "level playing field". Das klingt interessant – auf Deutsch heißt das schlichtweg "gleiche Wettbewerbsbedingungen".
Die Wettbewerbsbedingungen der HAW gegenüber den Unis sind aber nicht gleich. Der Auftrag, Forschung, Innovation und Transfer zu betreiben, ist zum Beispiel in den Hochschulgesetzen der Länder für Unis und HAW höchst unterschiedlich normiert . Hinsichtlich ihrer Ressourcen sind HAW und Unis ungleich ausgestattet: Während die Professorinnen und Professoren an Unis mitunter durch ganze Teams von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ...
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Kommentare
#1 - > nämlich eine Art DFG für die angewandten…
Ich verstehe dieses ganze framing hier überhaupt nicht. An jeder technischen Uni wird doch haufenweise angewandte Wissenschaft gemacht? Viele Industriekooperationen und so weiter. Da meine Perspektive die Informatik ist kann man sich ja mal das FZI in Karlsruhe anschauen. Für meinen Geschmack war es sogar zu angewandt! Bei diesem Text kommt es einem ja so vor als ob eine DFG für angewandte Wissenschaften an der Uni nichts zu suchen hat, kann ich jetzt nicht ...
#2 - Die Diskussion über "Forschung an Fachhochschulen" läuft…
#3 - Man kann und darf von der der DATI nicht erwarten, dass sie…
Wenn man beides von der Agentur haben will, dann wird sie lediglich eine wettbewerblich verbrämte Strukturförderung für HAWen. Dafür muss man nun wahrlich keine Agentur gründen. Die HAWen leisten extrem wichtige Ausbildungsarbeit in Zeiten des Fachkräftemangels. Es ist sehr wichtig, den Wert dieser Ausbildungsarbeit zu stärken und auch finanziell besser zu honorieren. Fatal wäre es, wenn die HAWen genau von ...
#4 - @3: Ihren Argumenten kann man nur zustimmen, Frau Kollegin.
#5 - Es wäre so einfach gewesen: Die DFG fördert…
Das Spielfeld, der Wettbewerb muss für alle gleich sein: Universitäten, Technische Universitäten, Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und FH/HAW. Es zählt alleine die wissenschaftliche Leistung des/der Antragstellenden.
Niemand sollte in einem inhaltlich orientierten Wettbewerb positiv diskriminiert werden. Es gelten die gleichen Spielregeln für alle, unabhängig von den Voraussetzungen.
Die FH/HAW treten regelmäßig in eine argumentative Falle, wenn es um Forschungspolitik geht. Sie sagen immer: Wir forschen genauso gut wie die Universitäten – halt nur anwendungsorientiert oder "anders" (was immer ...
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