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Wenn von 22 Kindern die Hälfte NIE WIEDER mit der Klasse ein Buch lesen möchte

60 Prozent der Achtklässler an Berliner Sekundarschulen können nicht ausreichend lesen, zeigen aktuelle Vergleichsarbeiten. Das ist erschreckend. Aber kein Grund zum Aufgeben. Ein Gastbeitrag der Sekundarschullehrerin Ada M. Hipp*.

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Artikelbild: Wenn von 22 Kindern die Hälfte NIE WIEDER mit der Klasse ein Buch lesen möchte

Bild: privat.

"NIE WIEDER", kreuzten 11 von den nun 22 Schülerinnen und Schüler meiner 8. Klasse als Antwort an. Was ich als Teil einer Umfrage zu dem zuvor im Unterricht gelesenen Buch "Die Tribute von Panem" hatte wissen wollen: "Wie würdest du es finden, wenn wir ein solches gemeinsames Lesen im nächsten Schuljahr wiederholten?" Nie wieder möchten sie es sich antun, mit der Klasse ein Buch zu lesen.

Jede Woche beschäftigten wir uns in der Klassenleiterstunde gemeinsam mit dem Buch: leises Lesen, abwechselndes (lautes) Vorlesen, lautes Fehlerlesen mit Klopfen, lautes Vorlesen vom Platz aus, zum Ende hin lautes Vorlesen vor der Klasse; mitlesen, wenn die Klassenlehrerin vorlas – wie sich herausstellte, die beliebteste Form.

Über Feiertage gab es auch hin und wieder die Aufgabe, zwei Stunden zu Hause zu lesen. Ob am Stück oder aufgeteilt, gab es keine eindeutige Maßgabe. Die Seitenzahl, bis zu der sie gekommen waren, sollten sie anschließend einsenden. Mit unterschiedlichen Ergebnissen: ...

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Kommentare

#1 -

Michael Felten | Di., 30.07.2024 - 12:20
Diese Geschichte gehört an eine ganz große Glocke gehängt, diese Lehrerin ist echt preiswürdig. Gute Pädagogik in den Mühen der Ebene: pfiffige Ideen, hartnäckig, liebenswürdig im Umgang. Sie bleibt nicht bei den Wünschen der Kinder stehen, sondern versucht unermüdlich, sie in Richtung Gebildetsein zu ziehen. Und von dieser Sorte gibt es zahllose im Land. Unbedingt so weitermachen!



Auch wenn die Lage nicht gerade ermutigend ist. Die Frühdigitalisierung - gepusht von der IT-Lobby im Verbund mit Technikfreaks - beschert uns einen Wandel, der nicht nach Verbesserung riecht. Vielleicht eher nach neuem 'Mittelalter' - da konnten auch nur wenige lesen. Gerne lesen ...

#2 -

Wolfgang Kühnel | Do., 01.08.2024 - 15:54
Der folgende Link ergänzt den Beitrag von Herrn Felten:

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/gew-startet-online-reihe-zur-privatisierung-im-bildungswesen

Überall verbreiten Lobbyisten den Eindruck, dass das Volk sich nach der Weiterführung des Digitalpakts sehnt, damit WIR nicht den Anschluss im internationalen Digitalisierungs-Wettbewerb verlieren. In Wahrheit dürfte wohl die Hälfte dieser Milliarden schon fest als Betriebseinnahmen verbucht sein. Übrigens gehört auch news4teachers.de zu diesen Lobbyisten: Man veröffentlicht reihenweise sog. "Pressemeldungen", die aber einfach Reklame einer neu entstandenen EdTech-Industrie sind. Und dass es als "gemeinnützig" anerkannte Vereine gibt (z.B. Bündnis für Bildung, Forum Bildung Digitalisierung), die dann im Lobbyregister des Deutschen Bundestages stehen, ist eigentlich ein schlechter Witz. Die Gemeinnützigkeit sollte ...

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