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Die Alten sind wirklich frei

Jede Gesellschaftsform in der Geschichte hatte ihre älteren Weisen. Wieso sie in Hochschulen, Wissenschaft und Gesellschaft gerade heute so wichtig sind. Ein Gastbeitrag von Volker Rein.

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Artikelbild: Die Alten sind wirklich frei

Foto: pixabay/ Pexels

DIE WESTLICHEN GESELLSCHAFTEN altern rapide. Seit Jahrzehnten beschäftigten sich die Industriestaaten daher zunehmend mit den daraus entstehenden Herausforderungen, von der künftigen Ernährung über die Gesundheitsversorgung, die Rentensysteme und, damit verbunden, mit der Frage, wie in Zukunft der Übergang aus dem regulären Erwerbsleben geregelt werden sollte. Die wachsende Diskrepanz zwischen gesetzlichem Renteneintritt und dem langjährig erworbenen Wissen Älterer wird dabei immer augenscheinlicher. Auch wenn sie ihren Unterhalt möglicherweise nicht mehr per Erwerbsarbeit sichern müssten: Viele der neuen Alten möchten ihren Erfahrungsschatz trotzdem weiter professionell einsetzen, und sie werden als Experten in den alternden Gesellschaften auch immer stärker nachgefragt.

Im Folgenden möchte ich mich auf die Konsequenzen unserer postmodernen Zeiten speziell für die wissenschaftlich qualifizierten unter den Älteren konzentrieren – und auf ihre Optionen für wissenschaftlich begründete Aktivitäten nach ihrem eigentlichen Erwerbsleben. Hier sei zunächst eine kulturhistorische Einordnung vorangestellt.

Die älteren Weisen in vormodernen Gesellschaften

Ältere Wissensexperten früherer Gesellschaftsformationen lassen sich nicht nach modernen Erwerbsgesichtspunkten von jüngeren Generationen abgrenzen. In bäuerlichen, nach Abstammung und Altersklassen organisierten Gesellschaften diente das Senioritätsprinzip der kulturellen Stabilisierung ihrer materiellen, sozialen und religiösen Ordnung. Demzufolge verfügten die Älteren über das nötige Wissen und die Erfahrung, ihren Gesellschaften Orientierung zu geben und Gefahren abzuwehren. Das Senioritätsprinzip erstreckte sich ...

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Kommentare

#1 -

Josef König | Di., 23.01.2018 - 13:09
Vielen Dank an Volker Rein für diesen notwendigen Beitrag - und an Jan-Martin Wiarda, dass er ihn veröffentlicht. Der Beitrag zeigt, wie elementar es ist zu fragen, welche Rolle in Zukunft einer steigenden Zahl älterer Personen zufallen kann oder soll.

Dennoch greift der Beitrag m.E. viel zu kurz und beschränkt sich nur auf in der Wissenschaft tätige Personen, insbesondere Professoren. Damit unterwirft sich der Beitrag der Gefahr eines einseitigen Lobbyismus für Wissenschaftler*innen. Aber was ist mit den vielen Menschen, die jenseits des 65. Geburtstages, vielleicht sogar des 70. noch weiter sinnvoll arbeiten - und ja, auch für ihre Arbeit eine ...

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