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Bewusste Provokation! –Nein, eine einseitige Debatte!

Seit der "Bayreuther Erklärung" streiten die Unikanzler mit Gewerkschaften und Wissenschaftlernetzwerken über Befristungsquoten und die Verantwortung der Hochschulen. Jetzt haben sich Kanzlersprecher und GEW-Vize erstmals direkt unterhalten. Ein Streitgespräch kurz vor der Mitgliederversammlung der Rektoren.

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Artikelbild: Bewusste Provokation! –Nein, eine einseitige Debatte!

Dieter Kaufmann und Andreas Keller (von links). Fotos: Elvira Eberhardt/Universität Ulm / privat (von links).

HERR KAUFMANN, DIE Unikanzler haben mit ihrer "Bayreuther Erklärung zu befristeten Beschäftigungsverhältnissen" eine Protestwelle ausgelöst. Sie lese sich wie eine "Bankrotterklärung des deutschen Wissenschaftsmanagements", die Kanzler rechtfertigten den "Befristungswahnsinn in der deutschen Wissenschaft", so tönte es aus Doktorandenverbänden, Mittelbauinitiativen und Wissenschaftsnetzwerken. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) befand : "Die Kanzlerinnen und Kanzler haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt." Als Bundessprecher der Kanzler*innenvereinigung hielten Sie ein paar Tage später in der Süddeutschen Zeitung dagegen: "Unsere Erklärung wird von vielen falsch verstanden." Wo genau?

Kaufmann: Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken und anderswo beziehen sich zum Teil auf Aussagen, die gar nicht in der Bayreuther Erklärung stehen. Vor allem haben wir an keiner Stelle gefordert, dass die Befristungsmöglichkeiten ausgeweitet werden sollen. Wir hatten aber das Gefühl, wir müssen dringend einmal deutlich machen, weshalb Universitäten überhaupt auf Befristungen angewiesen sind und warum gerade im wissenschaftlichen Dienst der Anteil der Befristungen relativ hoch ist. Es ist ja nicht so, dass wir gern befristen. Aber die tatsächlichen Gründe, warum wir gar nicht anders handeln können, werden in der aktuell so engagierten Debatte über Befristung und Entfristung völlig ausgeblendet.


Dieter Kaufmann hat Betriebswirtschaft studiert und ist seit 2005 Kanzler und hauptamtliches Vorstandsmitglied der Universität Ulm. Seit 2008 fungiert er auch als Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Wissenschaftsmanagement in Speyer. 2015 wurde er Bundessprecher der Vereinigung der Kanzlerinnen und Kanzler der deutschen Universitäten.

Andreas Keller hat Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Soziologie studiert und ist seit 2007 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands und Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). 2013 wurde er außerdem stellvertretender Vorsitzender der GEW. Er ist Mitglied mehrerer Kuratorien und Hochschulräte.




Herr Keller, die eben von mir zitierte GEW-Kritik, die Bayreuther Erklärung sei "anachronistisch", stammte von Ihnen. Haben Sie Herrn Kaufmann und seine ...

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Kommentare

#1 -

irrelevant | Fr., 15.11.2019 - 09:54
Mehr noch als die Bayreuther Erklärung sind die wiederholten Statements von Dieter Kaufmann eine Provokation. Das Unvermögen zur personalpolitischen Differenzierung macht fassungslos. Viele Grüße aus dem Ausland, wo man in Deutschland Promovierte gerne nimmt (mit Festanstellung)

#4 -

Christian | Fr., 15.11.2019 - 12:53
Spannendes Interview und ein Offenbarungseid - ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der internationale Vergleich noch mehr zum Tragen kommt. All die Dinge, die laut Herrn Kaufmann scheinbar an deutschen Unis unmöglich sind, funktionieren ja andernorts ganz gut. Die 90% haben wir meines Wissens nur in Deutschland. Herr Kaufmann tut ja auch fast so, als ob eine Festanstellung im Mittelbau für einen Promovierten bedeuten würde, dass da jemand noch völlig unterqualifizierter jetzt eine Sicherheit bekommt, die er/sie nicht verdient und die dazu verleitet, nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen…

#5 -

Klaus Diepold | Fr., 15.11.2019 - 20:36
hier wird zum Teil immer mit den 90% argumentiert, als wenn das ein bestätigte Zahl ist. Das ist möglicherweise nur eine "gefühlte" Zahl.

Ansonsten kann ich nur feststellen, dass auch Herr Keller Aussagen formuliert, die ich eher ideologisch geprägt wahrnehme und die ich in der Realität so nicht sehen kann.
Für meinen Geschmack wird hier zu einseitig und z.T. unreflektiert auf den Kanzlern rumgehackt.

#7 -

Klaus Diepold | Sa., 16.11.2019 - 12:44
noch ein Gedanke: in der Diskussion wird mehrfach auf den Ausbau eines Tenure Track Systems hingewiesen. Fair enough - aber das alleine wird nicht die Rettung darstellen. TT profs sind zeitlich befristet und haben die Option entfristet zu werden sofern eine Evaluation positiv verläuft. Dazu müssen aber auch Stellen für unbefristete Professuren da sein. Wenn deren Zahl nicht erhöht wird, entsteht bei TT Evaluation ein Shoot-Out. Wer bekommt die Stelle. In amerikanischen Unis ist das nicht selten eine 10:1 Chance.



TT Profs müssen ein vollständiges Berufungsverfahren durchlaufen, bei dem auch auf das Thema Hausberufungen geachtet wird (werden muss). Also, im ...

#8 -

Systemsprengerin | So., 17.11.2019 - 16:59
Die logischen Brüche in der "Argumentation" von Herrn Kaufmann sind unerträglich und mir von der Universität bekannt, an der ich als Post-Doc war (und an der man übrigens nach 2016 aufgefordert wurde, einfach für Lektorenstellen "Post-Doc-Qualifikationsziele" zu erfinden, damit befristet beschäftigt werden konnte - kurzer Gruß an dieser Stelle in den kleinsten der Stadtstaaten!).



"Wir haben an keiner Stelle gefordert, dass die Befristungsmöglichkeiten ausgeweitet werden." --> Ist jetzt bei 90% und mehr auch nicht mehr unbedingt möglich. Und wer bitte hat das in den sozialen Medien den Kanzlern vorgeworfen? Die Diskussion dreht sich darum, dass sie die unverantwortlich hohe Befristungsquote ...

#9 -

Literaturwisse… | So., 17.11.2019 - 23:15
@Klaus Diepold: Vgl. den Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs von 2017, S. 126-127: Nachweislich der Hochschulpersonalstatistik waren 2014 82% des hauptberuflichen wissenschaftlichen

und künstlerischen Personals an Hochschulen (ohne Professoren) befristet. In der Gruppe der bis 45-Jährigen waren es 93%, bei den unter 35-Jährigen 98%.

Die sehr viel offensichtlicher "gefühlte" Wahrheit ist die Behauptung, dass festangestellte Wissenschaftler nichts mehr leisteten. Bei den Professoren beobachtet man das auch nicht (und vor allem unterstellt es ihnen niemand). Wenn es Akademische Räte gab, die sich innerlich verabschiedet haben, spricht manches dafür, dass die (in den Faulheitsunterstellungen bis heute hörbare) Verachtung, die man ihnen vonseiten der Professorenschaft ...

#10 -

Dr. Josef König | Di., 19.11.2019 - 12:30
Diese ganze Diskussion sowie die bisherigen Leserbriefe kranken an der Tatsache, dass hier generalisiert wird, und wo man verallgemeinern muss, ist man bald bei Schlagworten, und auf Schlagworte folgt ein Schlagabtausch.



Letztlich muss man Einzelfälle betrachten, die sehr viel differenzierter sind, als hier diese Allgemeinplätze. Ich gebe nur ein Beispiel (aus manchem tatsächlichen Fall konstruiert):



Gesetzt den Fall, jemand bekommt nach einer guten Promotion eine Stelle bei einem Prof (w/m) in einem soeben eingeworbenen Projekt. Dieses ist auf drei Jahre befristet, wie beantragt und vom Geldgeber bewilligt. Die junge wissenschaftliche Kraft beginnt hoffnungsvoll dort, macht gute Arbeit, trägt auf einem ...

#11 -

Prof. Dr. Wolf… | Di., 19.11.2019 - 19:40
Auch drittmittelfinanzierte Stellen müssen überhaupt nicht zwingend befristet sein. Unbefristete, drittmittelfinanzierte Stellen sind in Deutschland in der außeruniversitären Forschung verbreitet; in anderen Ländern gibt es solche Stellen auch an Unis.
In der Privatwirtschaft sind die Mitarbeiter*innen ja auch nicht für einzelne Aufträge angestellt - das ist rechtlich kein wirkliches Problem.

#12 -

Edith Riedel | Mi., 20.11.2019 - 09:48
"Unbefristete, drittmittelfinanzierte Stellen sind in Deutschland in der außeruniversitären Forschung verbreitet; in anderen Ländern gibt es solche Stellen auch an Unis.".
Ja, diese Stellen gibt es an Einrichtungen, in denen Mitarbeiter*innen nicht sklavisch zu einem Lehrstuhl gehören sondern zum gesamten Department. Aber unsere doch immer noch sehr vom Ordinarienprinzip geprägten Universitäten tun sich damit extrem schwer.

#13 -

Literaturwisse… | Mi., 20.11.2019 - 12:51
@Josef König: Mit der Feststellung, dass das Problem systemisch ist, widerlegen Sie Ihre Behauptung, man müsse Einzelfälle betrachten, doch selbst? Die Fokussierung auf den Einzelfall ist bei vielen Vertretern des Wissenschaftsmanagements ein ideologisches Manöver, das letztlich dazu dient, vorhandene Strukturen als unangreifbar dastehen zu lassen. Das etwas gerechtfertigt sei, weil es da ist, war aber noch nie ein gutes Argument. Wenn derzeit (so eine Erhebung des DHV) sieben Mal so viele Qualifizierte auf eine Professur kommen wie Professuren vorhanden sind, können Sie noch so viele Wissenschaftler frühzeitig herausberaten, Sie werden die Stellen ja doch besetzen. Dann ist es völlig egal, ...

#14 -

Josef König | Mi., 20.11.2019 - 23:40
@Lieraturwissenschaftlerin

Natürlich richtet sich meine Kritik auch ans System. So etwa, dass seit Jahrzehnten die Grundfinanzierung der Hochschulen nicht den Erfordernissen gerecht wird und die Länder das schlicht überhören.

Wenn Sie aber die Dauerstellen ausweiteten und alle wirklich geeigneten jungen Wissenschaftler/innen auf Dauerstellen setzten, wären diese diese Stellen bald auf Dauer besetzt und blockiert; und schon stünden die nächsten vor der Tür und begehrten Einlass, übrigens mit dem gleichen Recht! Das könnte das System nicht tragen. Es würde gesprengt.

Nach meiner literaturwissenschaftlichen Promotion und dreijähriger Zeit als Assistenz (heute sagt man gern auf englisch „postdoc“) im Anschluss stand ich auch ...

#15 -

Literaturwisse… | Do., 21.11.2019 - 12:58
@Josef König: Dass durch Entfristung Stellen "blockiert" würden, ist ebenfalls ein regelmäßig bemühtes, aber nicht überzeugendes Argument. Auch hier lässt sich feststellen, dass in Ländern, in denen es Lecturer- oder Maître-de-conférence-Stellen gibt, also entfristete Positionen relativ bald nach der Promotion, niemand auf die Idee kommt, es würde irgendeiner Generation dadurch etwas weggenommen. Zu dem Punkt empfehle ich Ihnen die Stellungnahme des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft: https://soziopolis.de/beobachten/wissenschaft/artikel/die-bayreuther-bankrotterklaerung/

Warum sollte es fairer sein, eine Unmenge von "Nachwuchs"-Wissenschaftlern ein halbes Leben in der Wissenschaft zuzugestehen und sie genau dann hinauszudrängen, wenn sie Erfahrungen und Kompetenzen erworben haben? Warum ich das ...

#16 -

Karl | Fr., 22.11.2019 - 00:37
Gehört es nicht zur Pflicht der Selbstsorge, für sich zu entscheiden, ob man angesichts des bestehenden Systems das Risiko eingeht, bis 45 auf die Erstberufung zu warten? Kurzzeitbefristungen und ausbeuterische Bedingungen über Jahre bis Jahrzehnte auf sich zu nehmen ist ja keine unausweichliche Pflicht, weil das Schicksal einen zur Profession der Wissenschaftler*in verpflichtet und ein Ausweg völlig undenkbar ist. Angesichts des blühenden Arbeitsmarkts der letzten Jahre ist das Gegenteil der Fall.



Es ist im Übrigen zwar ein unterstützenswertes Ansinnen, das System verändern zu wollen, aber es gibt im Bereich der "Wissenschaft als Beruf" bei allem guten Willen inhärente Zielkonflikte und ...

#17 -

Literaturwisse… | Fr., 22.11.2019 - 12:55
@Karl: Sie können eine Lotterie nicht überblicken. Und eine gewisse Rolle spielt auch noch, ob Sie an das glauben, was Sie tun (fundierte Arbeiten mit Originalitätsanspruch und Weitblick brauchen Zeit, viel Zeit) oder ob Sie den Karrieristen und Schnell-und-viel-Publizierern das Feld überlassen möchten. Ich möchte mir den Zustand meines Faches nicht vorstellen, den wir hätten, wenn alle, denen es schwer gemacht wird, hinschmeißen würden (denn gerade das sind ziemlich oft die Guten). Außerdem reden auch Sie sich aus einem strukturellen Problem heraus, indem sie Verantwortlichkeit individualisieren. So können Sie beliebig vielen beliebig oft vorwerfen, es nicht besser gewusst zu haben ...

#18 -

Josef König | So., 24.11.2019 - 23:54
@literaturwissenschaftlerin

Wir leben in einem System mit begrenzten Ressourcen, und die Allokation der Mittel unterliegt der Konkurrenz zwischen Fakultäten, Lehrstühlen, Instituten. Es ist sicher selten gerecht, das ändert nichts daran, dass die Mittel nicht beliebig vermehrbar sind.

Jede/r Einzelne muss sich entscheiden, ob er/sie im Bewusstsein eigener Qualität weitermacht und womöglich erst mit 45 oder älter überqualifiziert im System befristet bleibt oder sich um Alternativen bemüht. Man kann gern das System kritisieren, aber irgendwann muss man sich an die eigene Nase fassen und sich realistisch fragen, wie weit bin ich bereit zu gehen, mich zu verbiegen und welche Risiken kann ...

#19 -

JAMIRA | Mo., 25.11.2019 - 01:29
Mir scheint - die jetzt schon mythische "Bayreuther Erklärung" hin oder her - etwas billig, dass nun aus der (Nachwuchs-)Wissenschaft heraus die Kanzler als Feindbilder herhalten müssen, um die anhaltende Malaise im Befristungswesen zu erklären. Ansätze zur Verbesserung liegen doch längst auf dem Tisch: z.B. der Umbau des Lehrstuhl- in ein Departmentsystem. Der wird meiner Erfahrung nach sicherlich nicht durch Kanzler blockiert, sondern durch eben diejenigen, die sich im Konkurrenzsystem durchsetzen und ihre Position errungen haben, d.h. von der Wissenschaft selbst.

#20 -

Literaturwisse… | Mi., 27.11.2019 - 10:29
@Josef König: Ich höre aus Ihrer Argumentation das weit verbreitete hochschulmanageriale Wunschdenken heraus, es möchten doch auch die Betroffenen die schöne Welt des maximierten Wettbewerbs als die beste aller möglichen empfinden. Von der Abschaffung der Habilitation merkt man in der Realität meines und der angrenzenden Fächer exakt: gar nichts, vom Tenure Track wenig. Ich brauche auch nicht bei mir selbst anzufangen, um zu sehen, dass um mich her die meisten Erstberufenen im (häufig fortgeschrittenen) fünften Lebensjahrzehnt stehen, und zwar diejenigen, von denen man auch vor 10 oder 15 Jahren hätte sagen können, dass sie sehr gute Wissenschaftler/innen sind, und denen ...

#21 -

JAMIRA | Do., 28.11.2019 - 01:10
Again, es liegt doch in der Hand der Wissenschaftler/-innen - zugegeben der Berufenen -, das zu ändern. Was mich an den Geisteswissenschaften (ich gehöre auch zu dieser Zunft) seit geraumer Zeit nervt, ist die Kopplung von maximaler diskursiver Kritikbereitschaft bei ebenso hoher struktureller Konservativität und Besitzstandswahrung. Die Optionen zur Verbesserung der Situation liegen weitgehend auf dem Tisch, man möge sie dann doch mal ausprobieren (und ja, dazu zählt dann auch die Abschaffung der Habilitation). Und zwar in den eigenen Instituten und Fakultäten, den eigenen Fachgesellschaften und Verbänden. Darauf zu drängen, dass "das System" oder "die Unileitungen" handeln müssten, ist im ...

#22 -

Wilhelm Achelpöhler | Do., 28.11.2019 - 10:19
1.Es gibt nicht „die“ Befristungspraxis an den Universitäten, weil die Universitäten wegen objektiver Umstände gar keine Spielräume haben. Im Bereich der Medizin gibt es etwa in NRW und Rheinland Pfalz einen deutlich höheren Anteil befristeter Stellen als in Bayern und Baden-Württemberg.

2. Je höher der Anteil befristeter Stellen, desto geringer die Ausbildungskapazität. Hätten NRW und RLP denselben Anteil befristeter Stellen wie Bayern und BaWü ergäbe dies Studienplätze in der Größenordnung einer ganzen Fakultät wie etwa Magdeburg.

#23 -

Literaturwisse… | Fr., 29.11.2019 - 17:33
@Jamira: Mir ist egal, ob sich von meinen Argumenten und denen Gleichgesinnter die Kanzler, die Präsidien, die Professoren, die DFG oder der zu mobilisierende Mittelbau als erste angesprochen fühlen: Ich meine alle. Wer der Meinung ist, dass das System sich ändern sollte, muss den Diskurs ändern, nicht sich selbst. (Wenn jemand sich angesprochen fühlt: Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft arbeitet dran - und ist offen für alle!). Wenn Sie bei Ihren Professorenkollegen damit anfangen möchten: gerne. Wenn man argumentativ aber nichts Besseres aufzufahren hat, als für Missstände, die wahrlich mehr als Enttäuschungen Einzelner umfassen, diejenigen verantwortlich zu ...

#24 -

Systemsprengerin | Di., 03.12.2019 - 11:17
@JAMIRA/Vorwurf, dass die Kritik an der Bayreuther Erklärung "etwas billig" sei: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Art der Amtswahrnehmung der Kanzler und der Entrüstung über die Bayreuther Erklärung. Als Verantwortliche für die Hochschulorganisation hätte es in ihrer Verantwortung gelegen, ein Monitoring im Hinblick auf die Befristungsexzesse zu etablieren und rechtzeitig gegenzusteuern. Stattdessen musste der Gesetzgeber mit der Novellierung 2016 des WissZeitVG eingreifen - und in Teilen zielt die Bayreuther Erklärung darauf ab, den dort eingeforderten Ausgleich zwischen den Interessen der Universitäten (Dynamik, "Qualifikationsfluktuation") und den Interessen der Mitarbeiter (Planbarkeit, Ausrichtung der Befristung am Qualifikationszweck, nicht am behaupteten Bedarf der ...

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