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Miteinander die Schule weiter denken

Die Coronakrise hat Konflikte zwischen Politik, Lehrkräften, Eltern, Schülern und ihren Verbänden aufbrechen lassen. Es ist Zeit, die gegenseitigen Stereotype und Vorwürfe zu überwinden. Ein Gastbeitrag von Susanne Lin-Klitzing.

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Artikelbild: Miteinander die Schule weiter denken

Susanne Lin-Klitzing ist seit 2017 Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes. Seit 2007 ist sie Professorin für Schulpädagogik für die gymnasiale Lehrerbildung Universität Marburg. Foto: DPhV.

JA, WIR WAREN und sind in einer großen Krise, die die ganze Welt ergriffen hat und die für Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern dank der getroffenen Maßnahmen bisher relativ moderat verlaufen ist.

Ja, wir erleben gerade das, was mit "Disruption" beschrieben wird: einen abrupten Wechsel von der "alten Normalität" über eine akute Krisensituation in die angebliche und sogenannte "neue Normalität".

Ja, wir waren nicht vorbereitet, wir müssen gesellschaftlich und privat auf einen noch nicht absehbaren Zeitraum kontinuierlich mit Unsicherheit umgehen.

Wir befinden uns in vielen gesellschaftlichen Konfliktsituationen, für die vereinfacht "Schuldige" gesucht und unterkomplexe Situationsbeschreibungen vollzogen werden. Und selbst wenn wir - insbesondere für den Bildungsbereich - die "richtigen" Bezeichnungen und Konzepte hätten, wüssten wir doch im selben Augenblick, dass deren Umsetzung, beispielsweise im Bereich der Digitalisierung, auf absehbare Zeit weder in der gesamten Republik noch in allen Privat-Haushalten für alle Menschen gelingen wird.

Diesen Krisen-Druck müssen wir jedoch aushalten und versuchen, mit Nüchternheit gemeinsamen Lösungen für Unterricht und Bildung näherzukommen, statt Stereotype, Vorurteile und Tunnel-Blick-Corona-Lösungen unter Druck zu produzieren.

Statt "Für-oder-gegen-Maske-Polarisierung": Stufenpläne für verschiedene Infektionsstufen

Bisher füllten die Bundesländer die bisherigen Hygiene-Rahmenpläne der Kultusministerkonferenz sehr unterschiedlich aus. Das wurde – auf der Suche nach einfachen und einheitlichen Lösungen – häufig kritisch gesehen, obwohl ein regional angepasstes Vorgehen sinnvoll ist, wenn die Infektionszahlen beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen deutlich geringere sind als diejenigen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Mit der Kanzlerin und ihrem "Bildungs-Gipfel" entsteht nun der neue "Vier-Stufen-Plan" der Kultusministerkonferenz, knapp vor Schulbeginn der letzten beiden Bundesländer. Er muss noch von der KMK verabschiedet werden, leistet aber ...

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Kommentare

#2 -

Marcus Hahn | Mi., 02.09.2020 - 11:20
Der Gastbeitrag zeugt von genau der Weit- um Umsicht, die viele von uns Unterrichtspraktikern von den Verantwortlichen erhoffen. "Digital unterstützter Präsenzunterricht" trifft den Nagel auf den Kopf. Leider fokussiert sich vielerorts die von Susanne Lin-Klitzing geforderte konzeptionelle Arbeit an diesem Ziel auf technische Fragen wie Geräte, Lernplattformen etc. Mindestens genauso wichtig ist aber eine kritische Revision der Lehr- und Bildungspläne (bzw. der jeweiligen Pendants in den Bundesländern).

Wie muss man (in Abhängigkeit von der Schulform, der Altersgruppe und dem jeweiligen Bildungsziel) Themen, Inhalte und Methoden so (um-)gestalten, dass die angestrebten Kompetenzen auch dann erreicht werden können, wenn man sich von ...

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