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Rechtsruck bei jungen Wählern: Von Bildungslücken und digitaler Einflussnahme

Der wachsende Einfluss der AfD auf junge Wähler wirft Fragen auf. Die mangelnde politische Bildung in Ostdeutschland und der Aufstieg der sozialen Medien sind Teil der Erklärung.

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Artikelbild: Rechtsruck bei jungen Wählern: Von Bildungslücken und digitaler Einflussnahme

Foto: Vilius Kukanauskas / Pixabay.

ES GIBT DA DIESEN SPRUCH, der Winston Churchill zugeschrieben wird: "Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn." Doch die vermeintliche Gesetzmäßigkeit "Jung gleich links" gilt vor allem in zahlreichen Regionen Ostdeutschlands schon lange nicht mehr.

Im Gegenteil: Bei den jüngsten Landtagswahlen hat die AfD bei keiner Altersgruppe einen stärkeren Zuwachs erreicht als bei den 18- bis 24-Jährigen. In Thüringen stieg ihr Stimmenanteil um 15 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019, in Sachsen um elf Prozentpunkte.

Hält man sich vor Augen, dass die AfD in Sachsen insgesamt nur drei Prozentpunkte zugelegt hat, bleibt nur eine unbequeme Schlussfolgerung: Der Rechtsruck war zuallererst ein Rechtsruck der Jugend.

Wie kann das sein? Politiker, Jugendforscher und Bildungsexperten mühen sich seit Jahren um Erklärungen.

Die Rolle politischer Bildung

Nur wenige Tage vor den Wahlen veröffentlichte das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) in Bamberg eine Analyse , derzufolge die Stundenzahl im Schulfach Politik ...

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Kommentare

#1 -

Erik Spytzr | Di., 10.09.2024 - 19:48
Ich kann dieser Analyse nicht allzuviel ab abgewinnen. Zu allererst sind junge Menschen gerade in Sachsen gar nicht so ungebildet wie das hier dargestellt wird. Außerdem sind sie auch nicht dumm und sehen, dass die bisher herrschenden Parteien eben nicht Willens oder in der Lage sind, die Probleme zu lösen, besonders nicht, wenn es um junge Menschen geht. Da scheint es dann nahe liegend, andere Parteien zu wählen. Vielleicht können sie es ja besser. Was nützt es schließlich, 'gute' demokratische Parteien zu wählen, wenn unter deren Herrschaft es beständig bergab geht.

#2 -

Wolfgang Kühnel | Di., 10.09.2024 - 20:00
In der DDR gab es durchaus eine "politische Bildung", dies schreibt die Bundeszentrale dazu:

https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/230382/wie-der-sozialistische-staat-die-bildungseinrichtungen-praegte/

Aber so richtig erfolgreich war die nicht, das Volk spottete sogar über "Rotlichtbestrahlung". Bei allen Unterschieden -- es ist nicht klar, ob Jugendliche bereit sind, das, was die Schule lehrt, auch tatsächlich zu beherzigen, oder ob sich nicht doch immer ein gewisser Protest einschleicht. Würde die AfD regieren, dann eben Protest gegen die AfD. Also sollte man die Erwartungen zur Wirkung von mehr Politik-Unterricht nicht allzu hoch schrauben.

#3 -

Peter Greisler | Di., 10.09.2024 - 20:24
Wenn es so einfach wäre, müsste die Wahl in Brandenburg für die Extremen ganz anders ausgehen. Schön wäre es. Wir werden sehen. Ich denke auch, niemand glaubt, dass die jungen Menschen in Sachsen und Thüringen ungebildet sind. Zumindest bei diversen Leistungstests liegen sie eher vorne. Beim Umgang mit digitalen Medien ist sicher noch Einiges zu lernen. Da die jungen Menschen sie besonders viel nutzen, fällt es dort besonders auf, ich vermute aber, dass viele Erwachsene sich bei der Einschätzung, was bei TikTok und Instagram stimmt und was Fake ist, auch schwer tun. Sie nutzen nur eben überwiegend andere Medien. Übrigens ...

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