Das fünfte Rad am Wagen: Lehrerbildung
Offenbar erlebt die Lehrerbildung gerade eine kleine Revolution. Fast im Monatsrhythmus feiert irgendwo in Deutschland eine neue School of Education ihre Eröffnung, zuletzt an der Universität Tübingen. Bei dem Festakt wenige Tage vor der Landtagswahl war auch Baden-Württembergs grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer mit von der Partie, sie sprach von dem Herz der Lehrerbildung, das hier und jetzt zu schlagen beginne, und fügte hinzu: "Wir brauchen starke Orte für die Lehrerbildung."
Ohne die Rhetorik bleibt der Anglizismus. Melanie Rischke vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat für eine Studie des Datenportals "Monitor Lehrerbildung" ausgezählt, dass die Zahl der sogenannten "Schools" von lediglich einer 2008 auf zuletzt bundesweit mindestens neun gestiegen ist, während der immer noch gängigere Begriff "Zentrum für Lehrerbildung" leicht an Popularität verliert. Der Name "School" sage erst einmal nichts, gelte aber als der neue Goldstandard, sagt der Bildungswissenschaftler Ewald Terhart. "Doch egal, wie die Einrichtungen heißen: Bemerkenswerter ist, dass mittlerweile fast jede Universität ihre Lehrerbildung durch Zentren organisiert."
Was sich auch statistisch belegen lässt: 1999 gab es der CHE-Studie zufolge bundesweit nur vier Zentren für Lehrerbildung, 2016 sind es 44, inklusive der neun Schools. Und die Politik in Bund und Ländern tut, was sie kann, um den Trend zu stützen: Allein in Baden-Württemberg wurden mit Fördermitteln aus der bundesweiten "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" drei neue Schools gegründet, als gemeinsame Projekte der Universitäten Heidelberg, Freiburg, Stuttgart jeweils mit den Pädagogischen Hochschulen in ihrer jeweiligen ...
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