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Kein Grund zum Angeben

Wie viele Studenten kommen wirklich auf einen Professor? Was sagen die Zahlen überhaupt aus? Und hat irgendwer das Recht, sich zu rühmen? Eine Analyse aus aktuellem Anlass.

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Artikelbild: Kein Grund zum Angeben

"GUTES VERHÄLTNIS", twitterte die Behörde von Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) am Dienstag. „In Hamburg betreut ein Professor ca. 58 Studenten, in anderen Bundesländern bis zu 99.“



Die Zahlen stimmen soweit. Sie stammen aus Berechnungen der Kollegen von Spiegel Online , die eine einfache Formel anwendeten: Man nehme die knapp 1,8 Millionen Universitätsstudenten deutschlandweit und teile sie durch die Vollzeitstellen der Uni-Profs (knapp 25.000). Womit man für die Bundesrepublik auf ein Betreuungsverhältnis von knapp 1:73 kommt. Und das gleiche wiederholt man dann für die 16 Bundesländer, die Ergebnisse: siehe oben.

Dazu eine Frage und zwei Anmerkungen.



Die Frage: Ist ein Betreuungsverhältnis von 58:1 gut oder tatsächlich nur weniger schlecht?

Anmerkung eins: Ein anderes Ranking ergibt sich, wenn man den Blick von den Universitäten allein auf die gesamte Hochschullandschaft erweitert. Deutschlandweit kommen dann auf eine Prof-Stelle knapp 65 Studenten. Der Grund: An Fachhochschulen ist die Professorendichte höher. Und Hamburg? Liegt bei gut 66 Studenten pro Prof. plötzlich ziemlich (unter-) durchschnittlich. Die Gesamttabelle samt Erläuterungen finden Sie unten.



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Kommentare

#1 -

kaum | Mi., 04.01.2017 - 09:58
Es gibt m.E. bei den Zahlen noch eine Verfälschung, wenngleich ich sie jetzt nicht ad hoc belegen kann: Die Fächerverteilung ist zwischen den Ländern durchaus verschieden und es gibt Fächer mit deutlich mehr Studierenden pro Wiss. MA als andere (z.B. Medizin vs. Jura).

#3 -

Hefadi | Do., 05.01.2017 - 09:24
Der Quotient eingeschriebene Studierende ./. Professoren sagt über reale Betreuungsverhältnisse fast gar nichts aus, reicht Journalisten aber, eine Trendwende anzumahnen. Dummerweise ist der "Trend" nur der, dass sich an den durch die berüchtigten Curricularwerte normierten Betreuungsrelationen seit Jahrzehnten kaum etwas geändert hat. Diese sind im internationalen Vergleich nicht gerade komfortabel, aber weitgehend stabil. Für jeden Studiengang in NRW gibt es eine normierte und ständig aktualisierte Aufnahmekapazität. Wenn die tatsächliche Nachfrage die Normwerte übersteigt, können die Hochschulen Zulassungsbeschränkungen aussprechen. Das tun sie in vielen Fällen auch, vor allem dann, wenn die Studierenden tatsächlich erscheinen und Lehrleistungen nachfragen, was nicht immer der ...

#4 -

Martin Lommel | Do., 05.01.2017 - 11:39
Für die zitierte Statistik stimmt wieder einmal die alte (vielleicht nicht ganz politisch korrekte) Binsenweisheit: "Eine Statistik ist wie ein Bikini, sie zeigt Schönes, verdeckt aber das Wesentliche." Bedauerlich ist eigentlich nur, dass sich der Spiegel nicht zu schade ist, die Zahlen wenig reflektiert heraus zu posaunen. Daher herzlichen Dank für diesen Beitrag, Herr Wiarda. Gleichwohl ist, wie auch die Kommentare zeigen, das Ganze noch komplexer, als man auf den ersten - und zweiten - Blick vermutet.

#5 -

chris | Mo., 09.01.2017 - 09:38
Eine Rangliste zu erstellen und Bundesländer mit Nachkommastellen voneinander unterscheiden zu wollen, ist ebenso unpassend, wie die von Ihnen kritisierten Ranking bzw. die von Ihnen kritisierten politischen Akteure, die sich mit einer Zahl profilieren wollen.



Es gibt nicht die EINE Kennzahl "Betreuungsrelation". Sie hängt stark von der Qualität der Zahlen ab, die die Hochschulen geliefert haben (insb. auch der Software, über die die Hochschulen verfügen) sowie von der Fächerstruktur etc. Zudem stellen sich Fragen wie: Zählen wir VZÄ oder Köpfe? Zählen wir nur hauptberufliches oder auch nebenberufliches Personal? Wie siehts mit Lehrbeauftragten aus? Zählen wir inkl. drittmittelfinanziertes Personal? Zählen wir ...

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