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Der traurige Tod der Experimentierfreude

Wissenschaftliche Erkenntnis lebt vom Ausprobieren. Doch geht es um die Hochschulpolitik, werden die meisten Wissenschaftler plötzlich zu Fundamentalisten und rufen: Bloß keine Experimente! Schade eigentlich. Ein Gastbeitrag von Stefan Winter.

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Artikelbild: Der traurige Tod der Experimentierfreude

Foto: Max Pixel

WIE KOMMT DER Mensch zu Erkenntnissen? Er pflückt eine unbekannte Beere und probiert sie. Wenn er tot umfällt, macht er das nicht wieder. Seine Horde auch nicht. Irgendwann isst einer aus der Horde eine andere unbekannte Beere. Da nicht alle Beeren giftig sind, gibt es heute Lammschulter mit Rosmarin und Johannisbeeren. Lecker!

Nun ist zu konstatieren, dass die Techniken des Experimentierens seit der Zeit der ersten Johannisbeeren sehr viel ausgefeilter geworden sind. Ob in der Physik, beim Testen von Medikamenten oder in der Psychologie: Wir experimentieren, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Ich kann das zwar nicht beweisen, aber ich vermute doch, dass von allen Methoden der Erkenntnisgewinnung das Experiment das erfolgreichste Verfahren der Menschheit ist. Dabei sollte man den Begriff des „Experiments“ nicht zu eng fassen. Es geht nicht unbedingt um statistische Evidenz auf Basis hinreichender Fallzahlen. Auch der Bau eines Prototyps ist ein Experiment. Wenn der neue Flieger vom Himmel fällt, stimmt was nicht und gegebenenfalls muss man die ...

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Kommentare

#1 -

Greisler | Di., 12.09.2017 - 12:50
Bei aller Sympathie für die Grundthese, die beschriebenen Beeren sind alle schon oft probiert worden. Fehler und Erfolge lassen sich überall auf der Welt studieren. BA/MA gibt es an vielen Orten, Studiengebühren auch in allen Varianten, 12 Jahre Schule auch, Zulassungstests auch. In keinem der Fälle ist das Bildungssystem zusammengebrochen, also im übertragenen Sinn, der Tester an der Beere gestorben. Ob die Beeren jedem schmecken, ist eine andere Frage. Experimentiert wird jetzt gerade mit digitaler Lehre. Da kann noch etwas Neues herauskommen. Da passt die These. Daran sollten wir uns beteiligen.

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