Direkt zum Inhalt

Wege aus dem Stimmungstief

Der Staatsvertrag zur Akkreditierung beseitigt nur die legale Schlagseite des Systems. Damit die externe Qualitätssicherung auch inhaltlich an Akzeptanz gewinnt, muss der Neuanfang noch viel grundsätzlicher werden. Ein Gastkommentar von Siegfried Hermes.

Bild
Artikelbild: Wege aus dem Stimmungstief

Foto: Tero Vesalainen/Pixabay

DER BESCHLUSS DES BUNDESVERFASSUNGSGERICHTS vom Februar 2016 hat die gegen das deutsche Akkreditierungssystem von vielen Seiten erhobenen Bedenken gleichsam höchstrichterlich bestätigt. Die Richter haben verdeutlicht, dass der Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit, den die Akkreditierung bedeutet, grundsätzlich zulässig ist im Sinne der externen Qualitätssicherung von Lehre, dass das System jedoch auf eine tragfähige gesetzliche Grundlage gestellt werden muss.

Der jetzt im Ratifizierungsprozess der Länder befindliche „Studienakkreditierungsstaatsvertrag“ soll diesen gesetzlichen Rahmen schaffen, indem er Ziele, Verfahren, Akteure und Bewertungskriterien der Akkreditierung allgemein regelt. Aber indem der Staatsvertrag dem Akkreditierungssystem ein neues formalisiertes Fundament gibt, wird er unmittelbar nur dessen offenkundiges Legalitätsproblem lösen; das viel schwerer wiegende Legitimitätsdefizit hingegen, das der Akkreditierung seit seinen Anfängen anhaftet, wird er nicht ohne Weiteres beheben. Dass es der Akkreditierung bei vielen Professoren, Hochschulen und auch Studierenden an Akzeptanz mangelt, hat die nahezu ungeteilte Zustimmung zu dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts noch einmal nachdrücklich bestätigt. Warum aber ist das so? Und welche Chancen für das System eröffnet die ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

McFischer | Mi., 04.10.2017 - 11:36
Im Gastbeitrag von Herrn Hermes finden sich viele richtige und gute Gedanken - und vor allem der Hinweis auf eine immer noch geringe Legitimität gerade der externen Programmakkreditierung an den Hochschulen.

Jetzt sei einmal dahingestellt, ob das nicht einfach das Problem jeglicher externer 'Prüfung' ist - wenn der 'TÜV' nicht rechtlich verbindlich vorgesehen wäre, würden wohl die wenigsten von uns ihr Auto alle zwei Jahre zu den Prüfern fahren ("es fährt doch eigentlich noch ganz gut"). Gleiches gilt für Steuererklärungen, Drittmitelanträge etc. Mit Begeisterung ist das selten jemand dabei.

Von dem zentralen Argument im Beitrag würde ich allerdings nur die ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

TU Munich forty points, LMU Munich zero points?

Warum die Gießkanne beim Tenure-Track-Programm besser gewesen wäre als der Hochdruckstrahl. Ein Gastkommentar von Axel Radlach Pries.


  • Artikelbild: Weil eben nicht alles bleibt, wie ist

Weil eben nicht alles bleibt, wie ist

Manche sagen, die Debatte um die Digitalisierung in der Bildung sei übertrieben. Welch ein Irrtum. Wir müssen das Bildungssystem dringend auf die große Transformation vorbereiten. Sechs Thesen von Myrle Dziak-Mahler.


  • Der traurige Tod der Experimentierfreude

Der traurige Tod der Experimentierfreude

Wissenschaftliche Erkenntnis lebt vom Ausprobieren. Doch geht es um die Hochschulpolitik, werden die meisten Wissenschaftler plötzlich zu Fundamentalisten und rufen: Bloß keine Experimente! Schade eigentlich. Ein Gastbeitrag von Stefan Winter.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Neue Verhältnisse

Neue Verhältnisse

Wie man die Studentenströme zwischen Universitäten und Fachhochschulen neu verteilen könnte, wieso alle davon etwas hätten und was das mit der ungeliebten Kapazitätsverordnung zu tun hat: ein Gastkommentar von Oliver Günther.


  • Wir brauchen eine Berliner Erklärung 2.0

Wir brauchen eine Berliner Erklärung 2.0

Seit 14 Jahren fordern Forscher für alle den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen  – mit bis heute mäßigem Erfolg, gerade in Deutschland. Dabei könnte mehr Transparenz im Rahmen von Open Science auch dem absurden Impact Factor den Garaus machen. Ein Gastkommentar von Alexander Grossmann.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Ein paar Platzhirsche machen keine Mehrheit

Engagieren sich junge Studenten zu selten hochschulpolitisch? Prägen deshalb die älteren die öffentliche Wahrnehmung der aktuellen Studierendengeneration? Drei Gegenreden zu meinem Beitrag "Junge Studenten, alte Sprecher".