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Wir brauchen eine Berliner Erklärung 2.0

Seit 14 Jahren fordern Forscher für alle den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen  – mit bis heute mäßigem Erfolg, gerade in Deutschland. Dabei könnte mehr Transparenz im Rahmen von Open Science auch dem absurden Impact Factor den Garaus machen. Ein Gastkommentar von Alexander Grossmann.

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Artikelbild: Wir brauchen eine Berliner Erklärung 2.0
Open-Access-Logo der Public Library of Science

2003 FORDERTEN WISSENSCHAFTLER und Wissenschaftsorganisationen den ungehinderten und offenen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, und zwar für alle. Wo also stehen wir heute mit Open Access? Die Antwort: Leider immer noch kilometerweit hinter dem, was sich die Initiatoren einst vorgestellt haben.

Hinter Open Access steht die Idee, dass Ergebnisse aus öffentlich geförderter Grundlagenforschung jedermann, jederzeit, unmittelbar nach der Veröffentlichung und kostenlos verfügbar gemacht werden sollte. Dass die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft nicht mehr hinter Bezahlschranken immer kostspieligerer Zeitschriften-Abonnements verborgen liegen und nur noch über einige Bibliotheken in finanzstarken Ländern zugänglich sind. „Kostenloses Wissen für Alle“, titelte die FAZ dementsprechend am 9. September 2004. Die Berliner Erklärung zu Open Access wurde am 22. Oktober 2003 von 19 Initiativmitgliedern deutscher und internationaler Forschungsorganisationen beschlossen und danach von einer Vielzahl von Institutionen weltweit unterzeichnet, in Deutschland darunter die führenden Wissenschaftseinrichtungen, wie die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Diese gut gemeinte Erklärung ist nicht ins Leere gelaufen, allerdings läuft sie in eine andere Richtung als ursprünglich geplant. Spezielle Artikel-Tauschbörsen im Internet wie Academia, ResearchGate oder SciHub stellen mittlerweile Millionen von wissenschaftlichen Fachartikeln, teilweise ohne Rechtsgrundlage, frei zur Verfügung, was heftige Angriffe der Verlagsindustrie mit sich bringt. Schließlich geht es um einen 10 Milliarden-Markt weltweit jährlich, allein im Bereich der naturwissenschaftlich-medizinischen ...

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