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Noch haben wir es selbst in der Hand

Cornelsen-Chef Mark van Mierle über die Digitalisierung in den Schulen, die Transformation der Bildungsverlage – und die Faszination des guten alten Schulbuchs.

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Artikelbild: Noch haben wir es selbst in der Hand

Mark van Mierle . Foto: Cornelsen/Cordula Giese.

Herr van Mierle, in wenigen Tagen entscheidet sich, ob Deutschland eine Neuauflage der Großen Koalition erlebt. Der von Union und SPD vorgelegte Koalitionsvertrag müsste Ihnen als Schulbuchverlag schon mal gut gefallen: 11 Milliarden mehr für die Bildung. Da dürften auch ein paar Euro für Sie abfallen.

Sie wissen, dass ich aus den Niederlanden stamme und noch nicht so lange Einblick in die Branche habe, darum möchte ich zu den Koalitionsverhandlungen nicht viel sagen. Aber natürlich gefällt mir das Signal pro Bildung, dass die Parteien gesetzt haben. Ansonsten möchte ich Ihnen lieber eine andere Perspektive auf die Bildungsdebatte in Deutschland anbieten.

Nur zu.

Ich glaube, dass kein Land, ob in Europa oder anderswo, das Patentrezept besitzt, wie man ein Bildungssystem perfekt organisiert. Die USA gehen einen Weg, Finnland oder Schweden einen anderen, und alle kommen auf ihre Weise voran. Was mir aber hier auffällt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der bislang die unterschiedlichen Teilbereiche des Bildungssystems nebeneinander her existieren, jeder nach seiner eigenen Logik, ohne dass sie eine ganzheitliche Strategie verbindet. Ich würde mir wünschen, dass zum Beispiel die Schulen sich häufiger mit den außerschulischen Bildungsträgern an einen Tisch setzen würden, die Bildungswissenschaft mit den Verlagen und mit der Bildungspolitik und so weiter. Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland die Chance, die etwa in der Digitalisierung liegt, nur dann vollends wird nutzen können.

Es mangelt an Kommunikation?

So sehe ich das. Als Verlag werden wir neuerdings öfter gefragt, wie wir Bildung in Zeiten der Digitalisierung mitgestalten wollen. Ob wir das mit unserer Printhistorie überhaupt wollen oder lieber an überkommenen Modellen festhalten. Und dann lautet meine Antwort: Wir wollen sehr gern unseren Beitrag leisten, aber das können wir wirkungsvoller, wenn wir vorher im Bildungssystem insgesamt klären, wo wir hinwollen. >>


Mark van Mierle

Seit Anfang 2016 ist der 44-Jährige CEO der Franz Cornelsen Bildungsholding und Vorsitzender der Geschäftsführung der Cornelsen-Verlags. Der gebürtige Niederländer mit deutschem ...

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