Es wird viel passieren
Was 2018 in Bildung und Forschung wichtig war – und was deshalb 2019 wichtig werden könnte. Ein subjektiver Jahresausblick.

SEIT EINIGEN JAHREN versuche ich mich jedes Neujahr an einem Rückblick, der zugleich ein Ausblick sein soll. Welche Ereignisse im vergangenen Jahr waren so wichtig, dass sie ins neue hineinreichen? Welche Themen werden die bildungspolitischen Debatten in den kommenden Monaten bestimmen? Worüber wird in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen geredet werden?
Meine Liste ist zugleich eine Prognose, worüber ich als Journalist 2019 am häufigsten berichtet werde. Zwangsläufig subjektiv, wacklig, unvollständig und keinesfalls nach Wichtigkeit sortiert. Zumal einige der Vorhersagen sich nicht immer von meinen persönlichen Ansichten trennen lassen, wie ich mir die Dinge wünschen würde. Schauen Sie doch mal, ob das auch Ihre Themen und Perspektiven sind, entschuldigen Sie gleichzeitig alle bei so einem Ausblick unvermeidbaren Auslassungen und Verkürzungen – und ergänzen Sie gern weitere Aspekte und Prognosen durch Ihre Kommentare.
1. Forschungsfinanzierung: Wer hat genug, wer braucht noch mehr?
Seit November ist es offiziell: Deutschland investiert mehr als drei Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung. So kann man es in der vorläufigen FuE-Erhebung für das Jahr 2017 nachlesen, die der Stifterverband veröffentlicht hat. Interessanterweise verzichtete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf eine Jubel-Schlagzeile und beließ es bei einem nüchtern-erfreuten Statement von Ministerin Anja Karliczek (CDU) . Aus gutem Grund: Schon zweimal, Ende 2013 und Ende 2016, hatte das BMBF überschwänglich verkündet: "3-Prozent-Ziel erreicht". Und beide Male lag Deutschland in Wirklichkeit noch (deutlich) unterhalb dieser Marke.
Diesmal nicht: Der Stifterverband vermeldete eine 3,02-Prozent-Quote. Und im GroKo-Koalitionsvertrag nimmt die Bundesregierung bereits die nächste Marke in den Blick: Bis 2025 sollen es 3,5 Prozent werden. Wie realistisch die dazu gehörende GroKo-Finanzplanung ist, bleibt fraglich . Immerhin, der Ehrgeiz ist da, auch wenn Karliczek 2018 mehrmals betonte , in den kommenden Jahren werde es nicht in erster Linie um zusätzliches Geld gehen, "sondern um die Frage, ob die Schwerpunkte noch die richtigen sind". Und die Ministerin sagte weiter: "Wir haben innerhalb von 12 Jahren den Haushalt meines Ministeriums veranderthalbfacht. Es ist klar, dass das in der Geschwindigkeit ...
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Kommentare
#1 - Kurz zur Grundfinanzierung und Berufsschulen bzw. dem…
Die HAW‘s (ehemals „Fachhochschulen“) sind gerade hier stark, Menschen für die akademische Ausbildung abzuholen, oft in Kooperation mit den OSZ. Daher, und auch wegen den anderen Themen wie Digitalisierung oder Forschung, benötigen gerade die HAW‘s eine solidere, umfassendere Grundfinanzierung. Denn wenn wund dort um wenige 10T€ zanken müssen, die „Außeruniversitären“ ihren Etat aber nicht verausgaben können (?!), zeigt sich klar eine Schieflage. UND nicht vergessen, GUTE LEHRE wird sich nicht durch temporäre Projektmittel etablieren lassen. Wieder: Grundfinanzierung.
#2 - zu 2. Lehrermangel: Eine weitere Möglichkeit, nachhaltig…
zu 4. Berufsschulen: Sie zu achten und ihre Bedürfnisse stärker in den Blick zu nehmen, bedeutet auch, endlich gegen den seit Jahrzehnten bestehenden strukturellen Lehrermangel in den gewerblich-technischen beruflichen Fachrichtungen vorzugehen und die Attraktivität dieses Berufsbildes und der dafür qualifizierenden ...
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