Was tun, damit Mathe kein Hassfach wird?
Der Versuch, die Schüler mit Pseudo-Anwendungsbezügen zu motivieren, muss schiefgehen, meint ROLAND SCHRÖDER. In seinem Gastbeitrag plädiert der frühere Gymnasiallehrer für die Vermittlung der Mathematik als "grandioses Spiel des Geistes".

WENN MAN EINE repräsentative Umfrage unter Schülerinnen und Schülern in Deutschland starten würde über die Beliebtheit des Schulfachs Mathematik, käme in der Tendenz das heraus, was die nebenstehende Grafik zeigt. Verhasst, sehr verhasst und unbeliebt wären, so lautet meine Vermutung, die am häufigsten genannten Antworten. Über das Ausmaß der Unbeliebtheit der Mathematik kann man streiten, über die Unbeliebtheit an sich wohl kaum.
Der Didaktiker Wolfgang Schlöglmann hat Gründe gesucht, warum so viele Schülerinnen und Schüler das Fach Mathematik hassen, und sie darum ausführlich befragt. Aus den von Schlöglmann gesammelten Antworten möchte ich diejenige eines Oberstufenschülers herausgreifen, weil sie für mich ein Grundmissverständnis verdeutlicht. Seine Antwort zeigt, dass viele Schülerinnen und Schüler offenbar gar nicht genau wissen, warum sie Mathe nicht mögen. Oder anders gesagt: Sie glauben den Grund ihrer Aversion zu kennen, aber sie irren sich. Der Schüler sagt, dass das Fach unbeliebt sei, liege daran, "dass man mit der höheren Mathematik im Alltag nicht sehr viel anfangen kann und eigentlich ...
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Kommentare
#1 - Beispiel, schlecht:"Dann wird eben der Verlauf eines…
"Dann wird eben der Verlauf eines Flusses oder einer Straße, um die Anwendungsnähe zu erzwingen, zu einer kubischen Parabel, was in beiden Fällen zwar nicht der Realität entspricht, aber den klassischen Schulstoff thematisiert."
Beispiel, gut:
"Die Steigung eines nicht gradlinigen Graphen in einem Punkte kann über die Darstellung eines Wanderweges im Geländequerschnitt eingeführt werden, ... womit ... sogar eine anwendungsnahe Aufgabe gefunden ist. "
Wirklich?
#2 - @Höhmann: Das habe ich auch gedacht. Abgesehen von den…
#3 - Mich treibt dieses Thema schon lange um.…
https://j3L7h.de/blog/2019-06-02_11_40_Die%20Zerst%C3%B6rung%20der%20Mathematik
https://j3L7h.de/blog/2019-03-30_21_06_Zehn%20Jahre%20Mathe%20%26%20Co.%20auf%20YouTube
https://j3L7h.de/blog/2018-12-02_16_09_Wie%20viel%20Mathematik%20man%20im%20Job%20ben%C3%B6tigt
https://j3L7h.de/blog/2019-05-10_13_12_Zu%20den%20bayerischen%20Mathe-Abituraufgaben
https://j3L7h.de/blog/2019-06-25_17_52_Griechisch-lateinisches%20Handicap%20in%20der%20Mathematik
https://j3L7h.de/blog/2019-06-08_19_00_Singapur-Mathematik%20%22unlikely%20to%20offer%20a%20quick%20fix%22
https://j3L7h.de/blog/2018-11-24_18_39_%C3%9Cberraschendes%20%28%3F%29%20zum%20Mathematik-Lernen
#4 - Lieber Jörn,ich gebe zu, bisher nur einen Deiner Links…
ich gebe zu, bisher nur einen Deiner Links geöffnet und gelesen zu haben. Was ich da las, war sehr interessant. Nun interessiert mich Deine Stellung zu meiner These: "Schulischer Mathematikunterricht sollte erlebbar machen, wie mathematische Wissensbildung geschieht."
#5 - Nicht nur erlebbar machen, sondern Freude daran…
Deshalb mein Vorschlag, Mathematik gelassener zu sehen und gedanklich zu Kunst und Musik zu packen. Nur die Grundrechenarten (auch überschlägig), Dreisatz, Prozente und grundlegende Geometrie müssen Pflicht sein. Vielleicht sollte man Rechnen deutlicher von Mathematik abgrenzen, so wie Schreiben und Lesen nicht ein Schulfach Germanistik ist. Zumindest _noch_ nicht; ...
#6 - Sehr geehrter Herr Professor Loviscach,entschuldigen Sie…
entschuldigen Sie bitte meine Anrede in der Mail zuvor. Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Nur eines sollte aus meiner Sicht bedacht werden: Das 'Rechnenlernen' ist 'Mathematiklernen en miniature' (in meinem Aufsatz habe ich ein bißchen dazu gesagt).
#7 - Kein Problem, die unprätentiöse Anrede bin ich von…
;-)
Die Unterscheidung zwischen Rechnen und Mathematik wäre vielleicht vor allem wichtig wegen Pflicht vs. Kür. Inhaltlich d'accord.
#8 - @Prof LoviscachIn der Schulmathematik tritt dem Schüler…
In der Schulmathematik tritt dem Schüler das Rechnen in zwei Ausprägungen entgegen.
1. Im Rahmen einer Problemlösung. Hier ist dea Rechnen deitlich von der Marthematik zu trennen. Außerden kann es an einen Automaten delegiert werden.
2. Das Lernen des Rechnens ist im Prinzip von den gleichen Wesenszügen geprägt, wie das Lernen von Mathematik überhaupt.
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