Lange können sich die Kultusminister nicht mehr ducken
Vier medizinische Fachgesellschaften fordern die komplette Öffnung von Kitas und Schulen. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern stehe dem nicht entgegen. Wie reagiert die Politik?
BISLANG HAT SICH nur einer getraut. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Er hat die Kitas und Grundschulen trotz Corona wieder für alle Kinder und an allen Tagen geöffnet. Mit der Begründung, dass die Abstandsregeln, wie zur Eindämmung der Pandemie festgelegt wurden, von kleinen Kindern erstens nicht wirklich eingehalten werden könnten. Dass zweitens, wenn man sie dennoch konsequent auf Kitas und Grundschulen anwenden wolle, die logische Folge darin bestünde, dass "die meisten Kitakinder und möglicherweise auch Grundschulkinder über einen sehr langen Zeitraum ihre Einrichtung gar nicht oder kaum einmal von innen sehen würden." Weshalb man drittens, sagte Piwarz im Interview, ein "komplett anderes" Schutzkonzept erarbeitet habe, das vorrangig auf die strikte Trennung der einzelnen Gruppen in Kitas und Schulen hinauslaufe. "Es bleibt aber eine Abwägung, die wir da treffen, keine Frage", räumt Piwarz ein. Zwischen dem Recht der Kinder auf Bildung und Teilhabe und dem maximalen Schutz vor der Infektion.
Während sich Sachsens Landesregierung für die komplette Öffnung entschied, fällt besagte Abwägung bei Piwarz' Kollegen bislang anders aus. Sie haben fast überall festgelegt, ...
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