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Weiterbildung ist eine Lebensaufgabe

Die Bundesregierung spricht zu Recht vom "lebensbegleitenden Lernen", doch in der Praxis konzentriert sie ihre Weiterbildungspolitik auf die Förderung von Geringqualifizierten und Engpassberufen. Das wird in der Post-Corona-Zeit nicht reichen.  Ein Gastbeitrag von Martin Bastian.

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Artikelbild: Weiterbildung ist eine Lebensaufgabe

Martin Bastian leitet das Kunstoff-Forschungsinstitut SKZ in Würzburg und ist Präsident der Zuse-Gemeinschaft.Foto: SKZ.

DIE DEUTSCHEN GELTEN als Weiterbildungsmuffel. Im internationalen Vergleich investieren sie deutlich weniger Zeit für Fortbildungen als Arbeitnehmer in anderen Staaten, wie unter anderem eine Studie der Unternehmensberatung BCG zeigte. Diese Zurückhaltung hat Gründe. Da ist zum einen der Begriff des "lebenslangen Lernens", der immer noch zu häufig bemüht wird und bei den Menschen Assoziationen an Zwang und Gitter weckt. Dabei sind Weiterbildungen nicht Belastung, sondern befreiende und bereichernde Elemente im Berufsleben. Nicht umsonst spricht die nationale Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung stattdessen vom "lebensbegleitenden Lernen", ein Begriff, der den Anspruch widerspiegelt, Weiterbildung in der Erwerbsbiografie stets mitzudenken.

Kampf um die besten Köpfe zu erwarten

Andererseits konzentriert sich die Weiterbildungs-Politik der Bundesregierung immer noch stark auf gering qualifizierte Arbeitnehmer ebenso wie auf die Förderung klassischer Qualifizierungsinstrumente. Das ist insofern nachvollziehbar, als Geringqualifizierte schon vor der Corona-Krise die am stärksten von Arbeitslosigkeit bedrohte Gruppe waren. Trotz eines Jahrzehnts des Aufschwungs ...

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Kommentare

#1 -

Bernd Käpplinger | Fr., 19.06.2020 - 01:52
Vielen Dank für den interessanten Beitrag.



Hierzu:

"Denn es sollte förderwürdig sein, wenn Arbeitnehmer sich nach ihren Neigungen und Bedürfnissen orientiert weiterbilden – auch wenn diese Weiterbildung nicht direkt zu einer größeren Bildungsmaßnahme gehört oder einem Abschluss wie dem Meister-BaföG dient."



Dazu gibt es ja aber durchaus verschiedene Gesetze wie Bildungszeit, Bildungsurlaub oder Bildungsfreistellung in fast jedem deutschen Bundesland. Allerdings wurden und werden solche Gesetze von Medien und Arbeitgebern massiv diffamiert und vor die deutschen Gerichte gezerrt mit dem Mythos des "Töpferkurs in der Toskana". Vielleicht sind nicht die deutschen Bürgerinnen und Bürger Weiterbildungsmuffel, sondern große Teile der Medien, der ...

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