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Kinder vor! Aber bitte nicht bei den Corona-Schließungen

Der Kreis Gütersloh macht die Kitas und Schulen dicht, die Regierungschefs wollen sie spätestens nach den Sommerferien überall öffnen: Das ist die Gemengelage, mit der die Kultusminister bei ihrer Konferenz heute klarkommen müssen. Was werden sie daraus machen?

HEUTE TRIFFT SICH die Kultusministerkonferenz (KMK) wie jedes Jahr im Juni zu ihrer regulären Sitzung, das wird aber auch das einzig Reguläre an dem Termin sein. Weil die KMK wegen der Corona-Pandemie erneut nur per Videokonferenz tagt. Weil die Minister sich in den vergangenen Wochen außer der Reihe so oft getroffen haben wie nie zuvor. Und weil sie heute den Weg zum Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien ebnen wollen.

Bereits gestern sind, was die Zukunft von Kitas und Schulen unter Corona-Bedingungen angeht, zwei vielbeachtete Beschlüsse gefallen. Den einen traf der Kreis Gütersloh, den



anderen die Regierungschefs von Bund und Ländern. Und auch wenn es zunächst seltsam klingen mag: der Gütersloher ist der bedeutsamere.

Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin beschlossen, spätestens nach den Sommerferien "in den schulischen Regelbetrieb auf der Grundlage von Schutz- und Hygienekonzepten zurückzukehren". Zeitnah solle auch die Notbetreuung an den Kitas enden und an ihre Stelle der "möglichst" vollständige Regelbetrieb treten. Klingt nach viel, ist aber angesichts der Entscheidungen, die in fast allen Ländern und auch in der KMK bereits getroffen wurden, nur noch von symbolischen Wert. Auch die Tatsache, dass die Aufgabe der Abstandsregel offenbar entgegen der Vorlage nicht explizit in dem Beschluss enthalten war, bedeutet nicht wirklich viel. Regelbetrieb und Abstandsregel geht nicht, das wissen auch die Regierungschefs.

Wenn die Infektionszahlen nur etwas hochgehen, ist die Öffnung wieder futsch?

Denn den eigentlichen Öffnungsbeschluss hatten die Staatskanzleien mit dem Segen der Regierungschefs bereits Ende Mai fast unbemerkt von der Öffentlichkeit vollzogen, als sie festlegten, dass die Hygienekonzepte für den Kita- und Schulbetrieb in Bezug auf die geltenden Abstandsregeln künftig "gesondert zu betrachten seien". Das einzig Bemerkenswerte an dem, was Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin verabredet haben, ist die extrem wackelige Basis, auf die sie die versprochene ...

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