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Das ist es längst noch nicht gewesen

Heute hat das Bundesinstitut für Berufsbildung seine Ausbildungsbilanz für das Krisenjahr 2020 veröffentlicht. Warum das nächste Jahr noch schwieriger werden dürfte – und wie Deutschlands berufliche Bildung einen weiteren Substanzverlust vermeiden kann: ein Interview.

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Volker Born (links) ist Abteilungsleiter Berufliche Bildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks. Matthias Anbuhl leitet die Abteilung für Bildungspolitik und Bildungsarbeit beim Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Fotos:ZDH/DGB.

Herr Anbuhl, Herr Born, heute hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) seine mit Spannung erwartete Ausbildungsbilanz des Corona-Jahres 2020 veröffentlicht.Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge sank demnach um 11 Prozent auf 467.484 – und damit erstmals unter die Marke einer halben Millionen. Ihr Kommentar?

Volker Born: Im November haben die Handwerksbetriebe insgesamt sieben Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als vor einem Jahr. Wenn ich bedenke, dass wir Ende Mai noch bei einem Minus von 18 Prozent lagen, hat sich die damals drohende Dramatik im Handwerk also relativiert. Auch dass das BIBB jetzt über alle Branchen hinweg ein Zehntel weniger Ausbildungsverhältnisse meldet, ist angesichts der wirtschaftlichen Verwerfungen durch Corona weniger als befürchtet worden war. Und doch: Allein im Handwerk haben wir 10.000 weniger Ausbildungsverhältnisse als im Vorjahr – und damit stehen wir sogar noch günstiger da als Industrie und Handel, die aktuell ein Minus von rund zwölf Prozent verzeichnen.

Was genau hat zu diesem Minus geführt?

Born: Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben das so genannte Matching massiv beeinträchtigt. Matching nennen wir es, wenn Ausbildungsbetriebe und Bewerber zueinander finden. Bei uns im Handwerk passiert das besonders im Frühjahr. Doch genau in diese Hochphase der Berufsorientierung, im April und Mai, fiel der erste Shutdown. Das bedeutete: Keine Praktika, keine Betriebsbesuche, keine Berufsberatung in der Schule – und keine Ausbildungsmessen, bei denen sich Betriebe und Schulabgänger normalerweise gegenseitig beschnuppern können. Ein enormer Verlust an Kontakt- und Informationsmöglichkeiten.

 

"Der Einbruch ist bereits stärker als in der Finanzkrise."

 

Matthias Anbuhl: Die Corona-Krise hat den Ausbildungsmarkt heftig erwischt. Der Einbruch ist bereits jetzt stärker als im ersten Jahr der ...

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