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Ein Weckruf für die deutsche Wissenschaft

Trotz kontinuierlich gewachsener Budgets lahmt Deutschlands Wissenschaftssystem. Was sich ändern muss: ein Gastbeitrag von Michael Baumann, Thomas Hofmann, Norbert Sack und Georg Schütte.

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Artikelbild: Ein Weckruf für die deutsche Wissenschaft

Bild: Sumanley Xulx / Pixabay.

FÜR DIE POLITIK bleibt Wissenschaft ein Nischenthema. Gewiss, man freut sich, dass es sie gibt. Nur leider zu komplex, zu teuer, zu undurchschaubar und vor allem nicht geeignet, um Sympathiepunkte beim Wahlvolk zu sammeln. Im Bundestagswahlkampf hat sich keine politische Spitzenkraft mit Leidenschaft für eine fundamentale, zukunftsgewandte Stärkung des Wissenschaftsstandortes Deutschland eingesetzt.

Immerhin, beflügelt vom sagenhaften Biontech-Erfolg formulieren die Parteien im Koalitionsvertrag: "Wir können unser Innovationspotenzial heben, wenn wir unsere Ressourcen bündeln und einsetzen." Dem Aufbruchsignal des Vertrags muss jedoch noch die Vision zur Realisierung folgen. Dass Deutschland eine weltweit führende Wissenschaftsnation werden müsse, fordert die Politik seit Jahren – und ignoriert die zunehmend belastende Realität: Überregulierung, eine unzureichende Grundfinanzierung der Hochschulen und Änderungen im Kleinen statt mutiger Befreiungsschläge. Deutschlands Wissenschaftssystem lahmt.

Es sind andere Nationen, deren Wissenschaft besonders dynamisch vorangeht

Trotz kontinuierlich gewachsener Budgets stagniert in internationalen Vergleichen die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit. Zwar stoßen die großen deutschen Forschungsorganisationen mit ihren Veröffentlichungen inzwischen regelmäßig auf vordere Listenplätze vor und auch bei der Vergabe der Nobelpreise werden Wissenschaftler aus Deutschland berücksichtigt. Doch sind es andere Nationen, die mit ihren Wissenschaftseinrichtungen in der internationalen Wahrnehmung besonders dynamisch voranmarschieren. Hierzulande bremst das System zu oft jene aus, die ein Ökosystem für disruptive Forschung, innovative Lehre und dazu passende Strukturen installieren wollen. Die Regierungsbildung gibt nun den Anlass für einen Weckruf an die Politik und die Entscheider im Wissenschaftssystem!

Kein Zweifel: Das deutsche Wissenschaftssystem ist leistungsstark. Doch im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe geben andere den Ton an: ...

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Kommentare

#1 -

René Krempkow | Mi., 08.12.2021 - 16:28
Danke für diesen "Weckruf", vielen der Forderungen kann auch ich zustimmen. Insbesondere denen nach "Mehr Flexibilität (...), um gerade auch die Wissenschaftsadministration nicht zum Leidtragenden des Wettbewerbs auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt zu machen und damit letztlich dem Erfolg von Wissenschaftseinrichtungen zu schaden" und "Leitungs- und Verwaltungspersonal müssen sich (...) weiter professionalisieren." kann ich mich anschließen.



Wie letzteres konkret gefördert werden könnte, dazu wurden im #kawum-projekt gemeinsam mit der Praxis einige konkrete Empfehlungen erarbeitet (https://kawum-online.de/wp-content/uploads/2021/10/KaWuM_LLP2_PE_Okt2021.pdf). Sie basieren zudem auf den in einem BMBF-finanzierten Survey erhobenen empirischen Ergebnissen, die kürzlich auch in einem Themenheft zur BMBF-Förderlinie veröffentlicht wurden (www.researchgate.net/publication/356128189).



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