Direkt zum Inhalt

Baut die maroden Hochschulen wieder auf!

Es bröckelt, zieht und schimmelt in Deutschlands Hörsälen. Doch zu dem dramatischen Sanierungsstau sagten SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag: nichts. Dabei sollte auch der Ampel klar sein: Ohne ein Bund-Länder-Programm wird es nicht gehen.

Bild
Artikelbild: Baut die maroden Hochschulen wieder auf!

Mehr als eine Milliarde Euro kostete allein die Sanierung der Ruhr-Universität Bochum (RUB.)

Foto: Tuxyso / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0.

DIE AMPELPARTEIEN haben für ihre Pläne in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik viele Vorschusslorbeeren eingeheimst. Tatsächlich liest sich der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP in Teilen wie der Wunschzettel von Bildungsforschern, Pädagogen und Digitalisierungs-Experten. Das "Kooperationsverbot" in ein "Kooperationsgebot" umwandeln? Check. Massive Investitionen in tausende Schulen mit besonders vielen benachteiligten Kindern und Jugendlichen? Check. Ein besserer Digitalpakt 1.0 – und gleich hinterher ein Digitalpakt 2.0? Check.

Besonders bedacht wurden auch die Hochschulen. Sie bekommen künftig wie Max Planck & Co jedes Jahr eine automatische Budgeterhöhung beim Zukunftsvertrag. Mehr Exzellenzcluster soll es auch geben, eine neue Förderagentur für Transfer, dazu ein "Bundesprogramm Digitale Hochschule", eine grundlegende Bafög-Reform und vieles mehr.

Beeindruckend. Und riskant. Denn wer viel verspricht, muss auch viel halten. Und das in Zeiten Corona-bedingt knapper Kassen. Fast schlimmer noch, als keine Visionen zu haben, wäre, Visionen ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#2 -

Dörte Faberland | Di., 25.01.2022 - 14:41
Es ist mit den Hochschulen wie mit den Schulen, den Brücken, dem Straßenbau, der digitalen Infrastruktur
(etwa dem Corona-Meldesystem) etc.. Man läßt es leider
verloddern und investiert nicht in die einfache Reproduktion. Das war mal anders in diesem Land.

#3 -

HGH | Mo., 31.01.2022 - 14:14
Die Erinnerung ist kurzlebig. Sonst wüßten wir noch, dass der Hochschulbau als Gemeinschaftsaufgabe mit der Grundgesetzreform 2006 abschließend als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern abgeschafft wurde, weil die Länder damals dem Zeitgeist folgten und den wettbewerblichen Föderalismus ausgerufen haben, angefeuert von der Wissenschaft, die immer wieder von der Verflechtungsfalle theoretisierte. Der Bund wurde aus seiner grundgesetzlichen Mitfinanzierungspflicht im Hochschulbau nach Art. 91a GG entlassen. Allen Kundigen war klar, was passieren würde - und so hat der WR auch damals immer wieder gewarnt. Dieser historische Fehler kann in dem aktuellen Positionspapier des WR nicht geheilt werden. Die Feststellung der "strategischen Bedeutung" ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Was wichtig wird (Teil 5): Die Spannung der Transformation

Was wichtig wird (Teil 5): Die Spannung der Transformation

Deutschlands Hochschulen müssen einen neuen Weg finden zwischen Exzellenzambitionen, gesellschaftlichem Auftrag, Studierendenbetreuung und den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen. Dieses Jahr müssen sie dabei vorankommen.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Bitte ins Spotlight

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger will das Bafög grundlegend reformieren. Warum versteckt ihr Ministerium dann den Bericht darüber samt Beirats-Stellungnahme in den Tiefen seiner Website?


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Sang- und klanglos in die Distanzlehre?

Die Hochschulen werden im neuen Corona-Beschluss der Regierungschefs wieder einmal nicht erwähnt. Theoretisch dürften sie also offenbleiben. Doch praktisch bröckelt vielerorts die Präsenz. Dabei haben auch Studierende und Lehrende das Anrecht auf transparente Regeln und Entscheidungen.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Offene Theater, geschlossene Hochschulen?

"Klaglos" hätten die Studierenden seit vier Semestern den Ausnahmezustand in der Lehre ertragen, sagt der Studentenwerke-Generalsekretär. Vielleicht war ja das genau das Problem.


  • Artikelbild: Mehr Cluster, mehr Bandbreite, mehr Geld?

Mehr Cluster, mehr Bandbreite, mehr Geld?

Im Dezember startet die nächste Runde in der Exzellenzstrategie. Bund und Länder verhandeln über neue Spielregeln – das nächste Mal schon am Montag in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz. Was sich ändern könnte. Weichenstellung in der Exzellenzstrategie. Welchen Weg wir der Wettbewerb nehmen? Foto: Gerald Friedrich / Pixabay. AM 15. DEZEMBER 2022 geht es wieder los.


  • Artikelbild: Schluss mit der Lückenstopferei!

Schluss mit der Lückenstopferei!

Bis 2030 könnten mindestens 81.000 Lehrkräfte fehlen. Doch die Kultusminister verwalten lieber den Mangel, als das Lehramtsstudium endlich attraktiver und flexibler zu machen.