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So, wie es ist, kann es nicht bleiben

Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger will sich mit den Ländern auf eine Bildungsstrategie einigen. Wie die aussehen könnte und was passieren muss, bevor der Bund dauerhaft Geld gibt: Ein Interview über Schule, Hochschule und Chancengerechtigkeit, über neue Formen der Forschungsförderung, die Exzellenzstrategie und "#IchbinHanna".

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Artikelbild: So, wie es ist, kann es nicht bleiben

Bettina Stark-Watzinger. Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel.

Frau Stark-Watzinger, Sie stehen seit zwei Monaten an der Spitze des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Wie nennen Sie sich eigentlich selbst? Bildungsministerin? Forschungsministerin?

Ich bin beides. Und so verstehe ich mich auch. Im Forschungsbereich können wir als Bund eigenständiger handeln, allerdings ist der Bildungsbereich vielen Menschen näher. Er betrifft das alltägliche Leben, insbesondere in der Corona-Pandemie. Darauf ist die öffentliche Wahrnehmung derzeit fokussiert. Doch arbeiten wir als Chancenministerium über die Krise und ihre unmittelbare Bewältigung hinaus, davon zeugt der Koalitionsvertrag.

In der Bildung haben Sie als Bundesministerin weniger Macht, aber dafür mehr Öffentlichkeitswirkung. Welche Schlussfolgerung ziehen Sie daraus?

Wir sollten zwischen Bund und Ländern noch einmal über die Rollenverteilung sprechen und auch die Kommunen miteinbeziehen. Weil die Menschen nicht zuerst auf die Zuständigkeiten schauen, sondern darauf, dass das Bildungssystem funktioniert – und zwar besser. Die diesjährige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien, hat als KMK-Oberthema für 2022 "Lernen aus der Pandemie" gewählt. Bund und Länder können schon jetzt zusammenarbeiten, vielfach aber eben über Umwege. Das macht vieles schwieriger, komplizierter, auch intransparenter.

"Ich will niemandem etwas wegnehmen, sondern als Bund mehr beitragen."

Bei welchen konkreten Themen wollen Sie als Bund stärker mitreden?

Sagen wir lieber: stärker und dauerhafter Verantwortung übernehmen. Ich will niemandem etwas wegnehmen, sondern als Bund mehr beitragen, Hand in Hand mit den Ländern und Kommunen, im Rahmen einer klaren Aufgabenteilung. Ich denke da an Themen wie die Digitalisierung, aber auch die Qualität insgesamt.

Sie haben den Koalitionsvertrag als Orientierung angesprochen, darin steht: "Soweit erforderlich, bieten wir Gespräche über eine Grundgesetzänderung an." Sie haben sich für die Erkenntnis, dass dies nötig ist, nicht viel Zeit gelassen.

Weil ich glaube, dass wir das Zeitfenster, das sich uns nach dieser Krise öffnet, nutzen müssen. Das ist ein Angebot an die Länder.

Das Angebot, den Bildungsföderalismus ...

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Kommentare

#1 -

Dominik Esch | Mi., 09.02.2022 - 11:35
Sehr geehrte Damen und Herren,



Frau Ministerin sagt ziemlich am Ende des Interviews: "Bis zum Alter von fünf werden die Weichen für das ganze Leben gestellt." Richtig und falsch: Mentoringprogramme wie Balu und Du sowie wie RockYourLife! beweisen, dass auch noch in der Grundschule und weiterführenden Schule die Kinder und Jugendlichen die Weiche in eine glücklichere Richtung stellen können. Wenn denn Paten und Mentoren da sind.

Infos gerne bei dominik.esch@balu-und-du.de oder https://www.balu-und-du.de/programm/standortgruendung-1



Quellen:

https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/Wirkung/Factsheet_Wirkung_2020.pdf



https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/Wirkung/BuD_112_Acht_Argumente_f%C3%BCr_Mentoring.pdf



Ganz neu zum gender-pay-gap:

https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Boneva_Buser_Falk_Kosse_2021_origins-gender-diff-competiveness.pdf



Gruß

Dominik Esch

Vorstand Balu und Du e.V.

#2 -

Klaus Diepold | Mi., 09.02.2022 - 13:57
Interessantes Interview, aus dem ich an einigen Stellen Hoffnung schöpfen kann, dass insbesondere im Bereich Bildung Fortschritte erzielt werden können. Ich bin gespannt ...



And now for something completely different ...



Ich verstehe, dass es ein Ziel der Politik ist Wissenschaftler in Richtung Innovation und Unternehmertum zu bewegen. Wenn das klappt. dann sollte es auch mit den Innovationen besser funktionieren.



Ich frage mich, wieviele Wissenschaftler es in Deutschland gibt, die hier ins Auge gefasst werden, wieviele davon wiederum an Themen mit einem kommerziell oder sozial verwertbaren Innovationspotential arbeiten und wieviele dieser Personen sich durch die Ermunterungen der Regierung verführen lassen ...

#3 -

Erfinder | Do., 10.02.2022 - 10:37
"Ich finde, es sollte in der Politik nie nur um die Summen gehen, die für dieses oder jenes ausgegeben werden. Sondern immer auch um die Frage: Wird damit ein echter Effekt erzielt?"



Richtig. Aber das hat die gelernte Haushälterin Karliczek auch schon oft gesagt, ohne daß ihren Worten je Taten gefolgt wären. Wenn es Frau Stark-Watzinger ernst meint, sollte die Evaluation ausgerechnet des umstrittensten Projektes, das vom BMBF aktuell gefördert wird, nicht verschleppt werden: SPRIND gehört jetzt auf den Prüfstand. Was Thomas Sattelberger hier im Blog vor einigen Tagen vorgeschlagen hat, ergibt doch keinen Sinn: Noch in diesem Jahr mit ...

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