Wie geht es den Doktoranden?
Lange Zeit herrschte in Deutschland eine fast unglaubliche Ahnungslosigkeit, was die Lage der Promovierenden anging. Das ändert sich gerade. Auch dank der ehrgeizigen Nacap-Studie, deren neusten Ergebnisse jetzt online sind – inklusive überraschender Einblicke aus der Corona-Zeit.

Die Lage der Doktoranden in Deutschland wird endlich genauer in den Blick genommen.
NOCH VOR EINEM JAHRZEHNT herrschte wissenschaftspolitische Ahnungslosigkeit bei der Frage, wie es den Promovierenden an Deutschlands Hochschulen geht. Eine amtliche Doktorandenstatistik? War gesetzlich nicht vorgesehen. Einzig eine Langzeitstudie des damaligen Hochschul-Informations-Systems (HIS) über den Uni-Absolventenjahrgang 1997 lieferte ein paar halbwegs verallgemeinerbare Daten. Wie drückte es der inzwischen verstorbene ehemalige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Klaus Landfried, 2009 aus : Die Wissenschaftsminister wollten "es gar nicht genauer wissen. Und noch weniger wollen sie, dass die Öffentlichkeit erfährt, wie schlimm die Lage wirklich ist."
2016 endlich wurde sie dann doch eingeführt. Allerdings meldeten die Hochschulen erst 2020 die Daten so zuverlässig, dass sich das Statistische Bundesamt erstmals traute , von einer "vollständigen Erfassung der Promovierenden" auszugehen – wenn auch immer noch mit Lücken bei der Erhebung. Etwa bei der Frage, wie viele Promovierende an der Hochschule arbeiten, oder bei der Art der Hochschulzugangsberechtigung.
Doch waren die Ergebnisse, welche die Statistiker vorlegten, auch so schon spannend, in Teilen sogar irritierend bis brisant. Spannend: In Deutschland gab es 2020 ...
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Kommentare
#1 - Danke! (Ich bin immer noch ... ähem ...…
Was mir immer wieder auffällt: Obwohl immer noch Wissensdefizite bestehen, deuten alle bisher verfügbaren Befunde doch ziemlich klar darauf hin, dass die ständige Gleichsetzung von Prä- und Post-Docs, sowohl im WissZeitVG, als auch im Hinblick auf die Repräsentation in Gremien etc., nicht sachgerecht ist: Die Interessen sind einfach zu unterschiedlich.
Die Prä-Docs befinden sich in einer Qualifikationsphase vergleichbar zur Facharzt-Ausbildung. Deswegen akzeptieren sie befristete ...
#2 - Hachja. So einfach könnte es sein. Aber ich bin mir…
Nicht.
P.S.: Jaha, "Post-Doc-Wanderjahre" für internationale Erfahrung habe ich berücksichtigt. Wir leben im post-pandemischen Jahr 2022. Ein/e Post-Doc auf einer 6+TT-Stelle hat keine personale "Ausstattung", was faktisch bedeutet, dass er oder sie für größere Vorhaben darauf angewiesen ist, freiwillige (!!!) Kooperationspartner*innen in der eigenen community zu finden. Zoom sei Dank können die über den ganzen Erdball verteilt sein. Die Differenz zwischen der Post-Doc- und der Prof-Vergütung könnte in die Sachkosten fließen, ...
#3 - Schön und gut, dass es endlich einmal Zahlen und…
Interessant wäre eine Differenzierung nach Fächern. Während in einigen Disziplinen (Chemie z.B.) die Promotion immer noch die Regel ist, in anderen die Doktaratszeit eng reglementiert ist, waren die Geisteswissenschaften hier mutmaßlich am anderen Ende ("was ist eigentlich mit K.? Promoviert der noch? Prof: "Der hat sich schon lange nicht mehr gemeldet.")
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