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Große Enttäuschung und ernste Fragen

Eine Leitfigur der Open-Science-Szene erhält ausgerechnet eine vom Großverlag Elsevier finanzierte Professur. Ein Aprilscherz mitten in der Adventszeit? Ein Gastbeitrag von Björn Brembs.

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Artikelbild: Große Enttäuschung und ernste Fragen

Illustration: Mohamed Hassan / Pixabay.

WAS WÜRDE WOHL über Greta Thunberg hereinbrechen, wenn sie eine von Shell finanzierte Professur an einer renommierten Universität in London anträte? Oder, mehrere Nummern kleiner, was würde einem respektierten Lungenfacharzt blühen, wenn er, sagen wir, die von Philip Morris unterstützte "Marlboro Professur für Lungenheilkunde" an der Charité übernähme? In jedem Fall leuchtet unmittelbar ein, dass der Vertrauensverlust für die beiden gewaltig wäre. Und für die beteiligten Hochschulen nicht weniger. Weshalb solche – hypothetischen – Szenarien von vornherein so unrealistisch anmuten.

Und doch ist Vergleichbares neulich in Deutschland eingetreten. Heinz Pampel hat bekannt gegeben, dass er die vom Verlag Elsevier finanzierte Professur für Information Management des Einstein Center for Digital Future (ECDF) an der Berliner Humboldt-Universität antritt. Bislang war Pampel nicht nur stellvertretender Leiter des "Helmholtz Open Science Office", als langjähriger Open-Access-Aktivist war er zudem engagiert in diversen Initiativen, die sich der Modernisierung der Informationsinfrastruktur in der öffentlichen Wissenschaft verschrieben haben.

Pampels neue Professur gibt es seit 2017, sie beruht auf der Zusammenarbeit der HU mit Elsevier ...

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Kommentare

#1 -

Aus einer Berl… | Fr., 16.12.2022 - 18:58


In der Tat befremdlich.



Da das ECDF keine festen Professuren einrichten kann, kann es sich nur eine befristet Professur sein. W1 ohne TT sind in Berlin seit dem neuen BerlHG verboten: Also wird es eine befristete W2 sein? Oder das Verfahren läuft schon seit mehr als einem Jahr, startete also vor der Novelle? Erstaunlicherweise konnte ich dazu nirgends etwas finden.



Vielleicht erkundigen Sie sich auch gleich, wie die Berufung in der Rekordzeit gelingen konnte. Eigentlich rechnen wir mit mindestens 1,5 Jahren. Selbst wenn die vorherige Amtsinhaberin Ihren Weggang mit 6 Monaten Vorlauf angekündigt hat, wären hier aber nur 10 Monate ...

#3 -

Ebenfalls aus … | Di., 20.12.2022 - 21:26
Es ist sehr schade, dass bei diesem Beitrag offenbar kein Statement der Person eingeholt wurde, um die es geht. Bei allen berechtigten Fragen zu dieser Konstellation, aber wenn eine Person öffentlich derart schwerwiegend beschuldigt wird, wäre es wohl absolut angebracht, eine Gegendarstellung einzuholen oder sie mindestens zu Wort kommen zu lassen. Bislang war der Blog hier immer sehr differenziert. Warum hier nicht?

#4 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 21.12.2022 - 09:25
@Ebenfalls aus einer Berliner Uni:
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Herr Pampel kommt in dem Gastbeitrag von Herrn Brembs zu Wort, was mir auch sehr wichtig war. Die im Beitrag zitierte Stellungnahme stammt aus einer direkten Kommunikation zwischen Herrn Brembs und Herrn Pampel auf Mastodon: https://openbiblio.social/@pampel/109444812363003123

#5 -

Auch aus einer Uni | Mi., 21.12.2022 - 10:02
@Wiarda

Ich würde da @Ebenfalls aus einer Berliner Uni voll zustimmen. Wusste Herr Pampel denn bei seiner Antwort auf Mastodon, dass dieser Blogbeitrag geplant war und seine Antwort als "zu Wort kommen" gewertet wird? Das klingt für mich nicht so. Eigentlich wäre bei solchen Anschuldigungen aus guter journalistischer Praxis doch eine differenzierte Stellungnahme von beiden Parteien angebracht. Es ist gut und wichtig Kritik zu üben an dieser Konstellation und wahrscheinlich auch an Stiftungsprofessuren im Allgemeinen, jedoch liest sich dieser Beitrag für mich wie eine persönliche Anklage, voller unbelegter Unterstellungen und ohne Chance zur Verteidigung. Wie genau kommt man da zu ...

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