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Der Bund wird es nicht richten

100-Milliardenfonds und Bildungsgipfel: Die Initiatoren von "Bildungswende JETZT" planen für den geforderten Neuanfang des Bildungssystems die Bundesregierung in einer tragenden Rolle ein. Warum das eine Fehleinschätzung sein dürfte.


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Artikelbild: Der Bund wird es nicht richten

Ausschnitt aus dem Appell "Bildungswende JETZT".

VIELES VON DEM, was die schon am Donnerstag über 90 Bildungsorganisationen, Gewerkschaften, Vertretungen und Initiativen in ihrem Appell " Bildungswende JETZT " geschrieben haben, kann man nur unterstützen. Geschickt am Weltkindertag platziert, hat er die mediale Aufmerksamkeit erhalten, die ihm zusteht. Dabei kann man durchaus geteilter Meinung sein, ob Formulierungen wie "eine der schwersten Bildungskrisen seit Gründung der Bundesrepublik" erstens historisch zutreffen und zweitens die zuständigen Politiker eher zum Handeln als in eine Abwehrhaltung hinein treiben.

Die Aufzählung der Problemlagen in dem dreiseitigen Aufruf aber beschreibt in jedem Fall die Realität: von den hunderttausenden fehlenden Kitaplätzen, Erziehern und Lehrkräften über den wachsenden Teil von Schülern, die nur schlecht lesen, schreiben und rechnen können, bis hin zu 50.000, die jedes Jahr die Schulen ohne Abschluss verlassen. Auch die Kennzeichnung unseres Bildungssystems als veraltet, segregiert und sozial ungerecht trifft – leider – vielerorts den Kern. Wie, fragen die Unterzeichner zu Recht, soll ein solches System die jungen Generationen auf die Umwälzungen und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereiten?

Wo sich bei mir ernsthafte Zweifel meldeten, waren indes diejenigen Passagen des Bildungsappells, ...

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Kommentare

#1 -

Franka Listersen | Mo., 05.06.2023 - 15:53
Ja, die Kompetenz und die Mittel liegen (überwiegend) bei den Ländern. Aber, Herr Wiarda: Die Länder sind nicht automatisch die KMK, d.h. Bildungspolitik wird IN den Ländern gemacht - oder unterlassen. Bürger in NRW, Bremen, Sachsen-Anhalt usw. sollten sich direkt an ihre Landespolitiker wenden, Medien sollten die Landespolitiker grillen (etwa warum es anderswo besser läuft).



Die KMK wäre als funktionierendes Austausch- und Messgremium schon ein Fortschritt, aber man sollte nicht mehr von ihr erwarten.



Und was den Bund betrifft: Diejenigen, die mehr oder weniger laut mehr Bundeseinheitlichkeit verlangen, wären ggf. die ersten, die Zentralismus beklagen würden.



In der Verwaltung gibt ...

#2 -

Norbert Esser | Di., 06.06.2023 - 13:20
Die Lösung kann nicht vom Bund kommen. Die Stadt Köln gibt lieber 1 Mrd. für die Sanierung der Oper aus (deren Gelingen noch gar nicht erwiesen ist), statt dieses Geld in die Sanierung der Schulen zu stecken. Dann haben wir eine schöne Oper, aber die potentiellen Besucher sind zu ungebildet um von dem Angebot Gebrauch zu machen.

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