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Wir brauchen keine blumigen Aussagen

Warum er auch im neuen Amt, wo nötig, provozieren will: Thomas Sattelberger über seine Pläne als BMBF-Staatssekretär, erste Details zur geplanten Transferagentur DATI und ein neues Führungsverständnis in der Wissenschaft.

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Artikelbild: Wir brauchen keine blumigen Aussagen

Thomas Sattelberger im Paul-Löbe-Haus in Berlin. Foto: Wolfgang Maria Weber.

Herr Sattelberger, sind Sie eigentlich selbst überrascht, dass Sie parlamentarischer Staatssekretär geworden sind?

Zumindest ging ich zu dem Zeitpunkt, als Bettina Stark-Watzinger mich anrief, davon aus, dass ich keine Rolle in der Exekutive spielen würde. Angerufen hat sie am 1. Dezember kurz vor 21 Uhr. Tags drauf wurde offiziell verkündet.

Hatte Ihre Überraschung damit zu tun, dass Sie mit Ihrer Art oft auch in der eigenen Fraktion angeeckt sind in den Jahren zuvor?

Mir war eigentlich immer klar, dass diese Koalition des Aufbruchs auch Menschen braucht, die mit hohem, manchmal sogar konfrontierenden Einsatz Dinge nach vorne bringen. Ja, ich provoziere ab und zu, das wird auch so bleiben. Denn mit Sanftmut ändert sich zu wenig am Status quo. Nach den Koalitionsverhandlungen hatte ich lange nichts gehört, weshalb ich das Schweigen der Parteispitze fälschlicherweise als negative Botschaft interpretierte. Zumal ich aus der Wirtschaft gewohnt war, dass alle wichtigen Entscheidungen vorab über den Flurfunk bekannt werden. Im Nachhinein muss ich sagen: Das wurde vorbildhaft gemacht bei uns in der FDP. Dass nichts herausgedrungen ist an Spekulationen, bis das Personaltableau feststand.

Als Oppositionspolitiker haben sie unzählige Male einen grundlegenden Wechsel in der Wissenschafts- und Innovationspolitik gefordert. Ändert sich im neuen Amt bereits die Perspektive?

Nein, die Themen, die ich mir als Parlamentarischer Staatssekretär vorgenommen habe, sind genau dieselben, die ich auch in der vergangenen Legislaturperiode adressiert habe und die sich im Koalitionsvertrag wiederfinden. Im Kern halte ich es hier weiter mit Helmut Kohl: Wenn man vorn was


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Artikelbild: Wir brauchen keine blumigen Aussagen

Thomas Sattelberger ist Manager, Betriebswirt und Politiker (FDP). Von 2007 bis 2012 war er im Vorstand der Deutschen Telekom. 2017 zog er erstmals in den Bundestag ein, seit dem 8. Dezember 2021 ist er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.Foto: Wolfgang Maria Weber.




reinsteckt, muss hinten auch was rauskommen. Ich rede also über Output und Impact ...

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Kommentare

#1 -

Erfinder | Mi., 19.01.2022 - 13:06
"Die SPRIND holt aus ihren Strukturen das Maximale dessen heraus, was in ihrer gegenwärtigen Einzwängung möglich ist."



@Thomas Sattelberger



Ich habe mich gefreut über Ihre Bestallung als Staatssekretär. Aber wenn auf SPRIND zutrifft, was Sie sagen, warum sorgen Sie als StS dann nicht sofort dafür, daß SPRIND endlich detailliert veröffentlicht, wofür die --für deutsche Verhältnisse-- gewaltigen und relativ frei verfügbaren Mittel ausgegeben worden sind? Daß Marketing-, Verwaltungs- und insbesondere auch Beratungsausgaben offen gelegt werden? Dann könnten kundige Beobachter die Behauptungen von SPRIND (die Sie sich evtl. vorschnell zu eigen machen) nachprüfen, so wie es sich in einer Republik gehört. Denn ...

#2 -

Andreas Weber | Mi., 19.01.2022 - 13:53
i) Zu Output und Impact: "sondern wirklich im Sinne eines signifikanten Beitrags zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Von der Migration über den Klimawandel bis zur datenbasierten Wirtschaft. "



Chancen die sich durch Sprunginnovationen wie z.B. Genomeditierung (CRISPR/Cas9) eröffnen können nicht genutzt werden da die regulatorischen Rahmenbedingungen (z.B. EU Directive 2001/18) nicht an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst werden. Ebenso entstehen durch rückständige Regulation unfaire Wettbewerbsbedingungen für die deutsche und europäische Wissenschaft. Translation kann nur funktionieren wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden.



ii) Aus Sicht einer Hochschule: "Output" definiert sich zu einem guten Teil über gut ausgebildete Absolventinnen ...

#3 -

Thomas Ebert | Mo., 31.01.2022 - 01:35
Wenn DATI das ist was ich aus dem soeben gelesenen verstanden habe, dann müsste sich die Wissenschaft auch stärker in Richtung Kommune und Industrie bewegen. Wir versuchen mit dem Aufbau eines Innovationsclusters zum Thema Trinkwasser den Dreiklang zwischen Kommune (Kommunale Netzbetreiber), Wissenschaft und Industrie herzustellen. Innovationskraft in die Region zu holen, sie dort zu halten, um die Region zu stärken ist ein erklärtes Ziel. Ich freue mich auf Ihre Ausführungen beim DIHK am 31.03..

#4 -

Roman Held | Fr., 22.04.2022 - 11:34
Sehr schönes und informatives Interview mit Hr. Sattelberger. Seine Vision und Motivation sind absolut verständlich, um wieder zu alter Innovationsstärke zu gelangen. Es ist schön, dass neben BM Habeck und BMin Baerbock weitere Politiker der Ampelkoalition neue Aufbruchqualitäten in die angestaubte deutsche Politik bringen, um Deutschland wirtschaftlich, außenpolitisch und innovationspolitisch wieder nach vorne zu führen. Viele Einrichtungen u.a. auch der außeruniversitären Forschung sind mittlerweile mächtige Apparate, die sich oft in eigener Lobhudelei und interner Verteilung von Steuermitteln nach Belieben u.a. getrieben durch autokrate Führungspersönlichkeiten verlieren. Herr Satteberger hat einiges davon ja vor einigen Monaten noch als Abgeordneter endlich einmal an ...

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