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Künftig können noch mehr Universitäten exzellent werden

Bund und Länder erzielen Durchbruch in ihrem Streit über Zahl und Förderumfang künftiger Exzellenzuniversitäten.

ALLE REDEN über Christian Lindners Sparpaket, d as nächsten Mittwoch ins Bundeskabinett gehen soll , doch unmittelbar vor dem Wochenende hat Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) den Bundesländern ein wissenschaftspolitisches Überraschungsgeschenk gemacht.

Die Staatssekretäre von Bund und Ländern beschlossen heute in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), dass in der zweiten Runde die Zahl der Exzellenzuniversitäten (darunter der Berliner Verbund) auf bis zu 15 aufgestockt wird – unabhängig davon, wie viele der gegenwärtig elf bei der Evaluation aus der Förderung kippen.

Sie beendeten damit einen monatelangen Konflikt zwischen BMBF und Landesministerien, wie die diesbezüglichen Vorgaben der 2016 beschlossenen Verwaltungsvereinbarung zur Exzellenzstrategie zu verstehen seien. Die Interpretation des Bundes lautete bislang: Es gibt maximal vier neue Exzellenzuniversitäten zusätzlich zu den bei der Evaluation erfolgreichen alten. Während die Länder darauf beharrten, dass die Formel "4+X" gelten müsse – also zusätzlich zu den ohnehin gesetzten vier neuen Förderfällen eine weitere neue Exzellenzuniversität mehr für jede alte, die ausscheidet.

Was wie ein Streit ums Kleingedruckte scheint, war gerade den Ländern, die bislang wenige oder gar keine Exzellenzunis haben, extrem wichtig, sie beriefen sich auf Paragraph 6 ...

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Kommentare

#3 -

Karla K. | Mo., 03.07.2023 - 13:05
"Exzellenzzirkus" - mir kam (mal wieder) Firlefanz und Kokolores in den Sinn, aber hinsichtlich des Effekts trifft Exzellenzzirkus es doch sehr gut: dient insbesondere auch der Ablenkung vom Alltag ...



Was ließe sich im Bildungsbereich mit 200 Millionen jährlich alles an nachhaltigen Maßnahmen auf den Weg bringen ... stattdessen gibt es eine Spielwiese primär für Hochschulleitungen ... dann knüpft die Vergabe der Mittel wenigstens an die Bedingung, dass mindestens 80 % für Mitarbeiter:innenstellen verwendet werden müssen und keine befristeten Beschäftigungsverhältnisse damit möglich sind.

#4 -

David J. Green | Mo., 03.07.2023 - 22:10
Als ExStra-Kritiker, der sich gut mit BEIDEN “Enden des Spektrums” identifizieren kann, fände ich das Bild eines runden Tisches vielleicht besser. Ja, gerade meine Uni kann sich jetzt Hoffnungen machen: Aber spätestens seit der politischen Entscheidung gegen Imboden-EXU hat ExIni/ExStra den nötigen Fokus verloren, und erst recht bei der aktuellen Haushaltslage wäre das Geld viel klüger in das DFG-Normalverfahren angelegt.

#5 -

Hanna | Di., 04.07.2023 - 15:12
Typisches Umverteilungsprojekt:

In der Breite wird weiterhin an viel wichtigeren Stellen an Exzellenz gespart, um an wenigen Unis besonders "exzellent" zu sein.



Wichtig wäre es aber, in der Breite exzellent zu sein! Stattdessen:



a) ... wird in Lehre und Forschung flächendeckend an erfahrenem Personal gespart: 90% der Wiss. Mitarbeitenden sind im WissZVG-Befristungsrad und werden nach 6+6 Jahren, wenn sie erfahren und gut ausgebildet sind, vor die Tür gesetzt und durch unerfahrene "Neulinge" ersetzt, die wegen niedrigerer Erfahrungsstufen auch weniger Gehalt kosten). Qualität von Studium und Lehre könnte besser sein;



b) ... wird das BAföG jetzt doch nicht ausfinanziert werden. Das ...

#6 -

Fachkräftemang… | Do., 06.07.2023 - 11:17
@Hanna:

"Das Land braucht Fachkräfte und will auch Arbeiterkindern den gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichen. Ohne gutes BAföG gelingt das kaum."

Ja, das Land braucht Fachkräfte! Ein nicht unerheblicher Teil des Fachkräftemangels ist durchaus dem Akademisierungswahn zuzuschreiben, der die Handwerksberufe so lange schlecht geredet hat, bis keine*r sie mehr machen wollte. Ob es nun eine gute Idee ist, durch einen Ausbau des Bafög diese Entwicklung weiterzutreiben, bleibt dahingestellt.

#7 -

René K. | Fr., 07.07.2023 - 01:20
Die Entscheidung für handwerkliches Geschick oder wissenschaftliche Neugier sollte aber nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein, deshalb brauchen wir m.E. beides; ausfinanziertes BAföG (von dem übrigens auch angehende Meister profitieren), und attraktive Bezahlung und gesellschaftliche Anerkennung fürs Handwerk.

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