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Staatsschulden sind nie eine gute Idee, auch nicht für höhere Bildungsausgaben

Die Kreditzinsen sind niedrig wie nie. Nachdem die Briten mehrheitlich für den Brexit votiert haben, fliehen die Investoren in Staatsanleihen, vor allem in die deutschen. Sogar für zehnjährige Anleihen kann die Bundesrepublik mittlerweile eine Gebühr von ihren Geldgebern verlangen, sprich: Wer Deutschland Geld leiht, muss für dieses Privileg noch etwas oben drauflegen.

Klar, dass da die Forderungen nicht lange auf sich warten lassen, dass es jetzt echt mal Zeit für neue Schulden sei. Nein, nicht für "schlechte Schulden" – also weitere soziale Wohltaten, die langfristig nur auf Pump funktionieren, wie das vor zwei Jahren verabschiedete Rentenpaket. Sondern die Befürworter neuer Kredite haben das Konzept der "guten Schulden" für sich entdeckt. Soll heißen: Solange das geliehene Geld in Zukunftsinventionen fließt, ist alles okay. "Der Staat könnte eine ganze Reihe guter Schulden machen", schrieb der Spiegel-Online-Kollege Philipp Seibt unmittelbar vor der Brexit-Abstimmung und zählte auf: für die marode Infrastruktur, für Flüchtlinge, für Bildung. Ähnlich argumentiert der Ökonom Dennis Snower vom Kieler Institut für Weltwirtschaft seit Jahren, und aus demselben Grund warnen Gewerkschafter immer wieder vor der Einführung der Schuldenbremse – weil dadurch ja weniger Geld für die Bildung übrig sei.



Apropos ...

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Kommentare

#1 -

bleistifterin | Fr., 01.07.2016 - 14:12
Amen.

Als Studentin habe ich 1996 gegen Gebühren protestiert - ich bekam den Bafög-Höchstsatz, arbeitete 30 Std/Woche und wusste nicht, woher ich das Geld nehmen sollte. Mit drei weiteren Geschwistern ebenfalls in der Ausbildung War von meiner frisch verwitweten Mutter auch nichts zu erwarten. Immerhin hatten wir die Waisenrente.

Heute muss ich gestehen, dass ich völlig uninformiert war und mich mit der Thematik nicht besonders beschäftigt habe - allerdings scheint mir die Politik genauso wenig ein durchdachtes Konzept gehabt zu haben. Zu Recht befürchteten m.E. die Hochschulen, dass die Gebühren Vorwand für Sparmaßnahmen werden würden. Unpopuläre Maßnahmen und netto kein ...

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