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Lehrermangel: Denkt den Bachelor neu!

Es war zur Abwechslung mal eine ruhige Woche für die Hochschulen. Aller Eifer bildungspolitischer Debatten konzentrierte sich auf die Schulen, nachdem das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) vergangenen Freitag den neuen Bundesländer-Vergleich veröffentlichte. Vor allem die mauen Schülerleistungen beim früheren Klassen-Primus Baden-Württemberg, aber auch in Berlin oder Bremen führte zu heftigen Auseinandersetzungen über die Frage, ob die Bildungspolitik den Schulen zu viele überflüssige (Struktur-) Reformen verordnet habe. 



Hat alles nix mit den Hochschulen zu tun? Oh doch. Als wichtigster Garant guten Unterrichts gilt, wenig überraschend, die Lehrkraft, und wo kommen all die Lehrerinnen und Lehrer her? Richtig. Wobei sie eben nicht kommen. Viele Schulen fast überall im Land haben ein gewaltiges Nachwuchsproblem, da nicht genügend Lehramtsabsolventen aus den Universitäten strömen. Die Zahl der Quereinsteiger steigt, was die gezielte Qualifikation der Pädagogen von morgen weiter erschwert. 



Die Lösung ist eigentlich einfach. Sie heißt: polyvalenter Bachelor. Die Idee: Erst nach dem Bachelor fällt die Entscheidung, ob jemand Lehrer werden möchte oder nicht. Über Praktika im Bachelor können sich die Studenten an die Frage herantasten und sie am Ende qualifizierter beantworten als Erstsemester, die direkt von der Schule kommen. Umgekehrt können sie später und kurzfristiger ...

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Kommentare

#1 -

NN | Mo., 07.11.2016 - 11:18
Der polyvalente Bachelor ist bei einer mit nahestehenden Hochschule eine uralte Kamelle und aus meiner Sicht gescheitert, zumindest bei den MINT-Fächern, wo ich mich auskenne.



Es fängt mit der Frage an, ob Lehrer weiterhin 2 Fächer unterrichten können sollen. Aus Sicht des Schulbetriebs dürfte das kaum verzichtbar sein. Dann halbiert sich das Studienvolumen des einzelnen Fachs. Die Qualifikationsziele eines Lehres sind daher substantiell anders als die eines Profis. Daher wiederum kann man nicht einfach die erste Hälfte des "Profi"-Curriculums nehmen und beide Gruppen in die gleichen Lehrveranstaltungen stecken, worin die Lehramtsstudenten dann permanent die Verlierer sind und ein schlechtes Image ...

#2 -

Jakob Schmidt-Hieber | Di., 08.11.2016 - 10:56
Ich konnte die Statistik zum polyvalenten Bachelor auf die Schnelle leider nicht finden. Ich vermute dahinter eine Mogelpackung. Der lehramtsbezogene Bachelor soll beispielsweise in NRW polyvalent sein, ist aber mit bildungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Anteilen so voll gestopft, dass ein Wechsel in einen Fachmaster praktisch nicht möglich ist.



Ohne nennenswerte bildungswissenschaftliche Anteile im Bachelor geht es aber auch nicht, jedenfalls nicht in den Lehramtsbereichen Primarstufe und Sekundarstufe I. Dort übersteigt der bildungswissenschaftliche, fachdidaktische und schulpraktische Anteil (glücklicherweise) den für einen Masterstudiengang zur Verfügung stehenden Umfang an 90 bis 100 ECTS-Punkten (ohne Masterarbeit).



Vielleicht muss man sich wirklich bundesweit darauf verständigen, dass ...

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