Die Folgen falscher Selbstzufriedenheit
Der "Chancenspiegel 2017" hat einigen Bundesländern und ihren Schulpolitikern richtig wehgetan. Gut so.

ÜBER DIE ROLLE der Bertelsmann-Stiftung haben sich schon viele den Kopf zerbrochen. Woraus zieht sie ihre eigentlich ihre Legitimation?, fragen vor allem jene, die mit den Forderungen der Bertelsmänner nicht einverstanden sind. Oder auch nicht mit dem Einfluss, den die Stiftung dank ihres Kapitalstocks von rund einer Milliarde Euro auf die Geschicke der Bildungs- , Gesellschafts- oder Gesundheitspolitik nehmen kann. Ein Kapitalstock, der nebenbei bemerkt im internationalen Maßstab fast schon niedlich klein ist.
Für das kräftige Mitmischen in deutschen Bildungsdebatten indes reichen die Ressourcen, und so schreibt Bertelsmann-Vorstandsmitglied Jörg Dräger ein viel beachtetes Buch über die "Digitale Bildungsrevolution", das von Bertelsmann mitgetragene Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) versorgt Studieninteressierte mit seinem Hochschulranking, und regelmäßig finanziert die Stiftung Bundesländervergleiche und Studien zu Kitas, Ausbildungsbetrieben oder, wie am Mittwoch, zur Chancengerechtigkeit im Schulsystem.
Studien, die nicht irgendwie verhallen, sondern prompte politische Reaktionen hervorrufen. Minuten nach der Veröffentlichung des " Chancenspiegels 2017 " lobte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) die "vielen erfreulichen Entwicklungen im Schulwesen" und versprach weitere Anstrengungen für mehr Chancengerechtigkeit. SPD-Bildungsexperte Hubertus Heil zog wenig später nach und stellte fest, der "Durchbruch zu echter Chancengleichheit ...
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