Seehofer genießt den Beifall
Die Medien feiern Bayerns Rückkehr zu G9 in einer Einhelligkeit, die nur auf den ersten Blick erstaunt.
BAYERNS MINISTERPRÄSIDENT HORST SEEHOFER dürfte heute mit sich zufrieden sein. Das Medienecho, nachdem die CSU-Landtagsfraktion am Mittwoch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) beschlossen hat, ist überwältigend. Und zwar überwältigend positiv. Der Tagesspiegel zitiert den "neoliberalen Zeitgeist", der vor 14 Jahren die Schulzeitverkürzung beschert habe; die FAZ feiert den "Sieg der Eltern" und bescheinigt Seehofers Staatsregierung, sie habe "sogar doppelt gelernt", weil sie sich für die Rückkehr zu G8 Zeit lasse. Fast schon skurril mutet der Kommentar des stellvertretenden Handelsblatt -Chefredakteurs, Thomas Tuma, an, der das einst von Wirtschaftslenkern gefeierte G8 zum "Rohrkrepierer" und zu einer "Ideologie" erklärt (leider nicht online abrufbar). Der Schulstoff sei "brutal komprimiert worden", die "Zeit für Muße" hätten die G8-Reformer weggespart: "Wir wollten global taugliche Überholspur-Studenten und schufen Interrailer auf der Suche nach der verlorenen Zeit."
Na, ein Glück, dass Horst Seehofer die Sache in Ordnung gebracht hat. Dass er damit vor allem sich selbst und seinen Wiederwahlchancen dient, hält abgesehen von der Süddeutschen Zeitung kaum ein Kommentar für erwähnenswert. Immerhin bezeichnet die Tagesspiegel- Kollegin Anja Kühne, tapfer dialektisch argumentierend, die "Rolle rückwärts" einerseits ...
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