Reden ist Gold
Eine aktuelle Pisa-Auswertung zeigt in neuer Schärfe, wie stark das Elternhaus über die Zufriedenheit und auch die Lernleistung der Jugendlichen entscheidet.

EIN ALTER SPRUCH hat gerade Hochkonjunktur in der öffentlichen Debatte über unsere Schulen. "Leistung muss sich wieder lohnen", lautet er. Das Abitur: entwertet, weil zu viele es machen. Die Noten: inflationär, weil die Lehrer Konflikte mit den Eltern scheuen. Und: Während neue Schulformen wie die Sekundarschule die Leistungsschwachen fördern sollen, verkommen die Gymnasien. Die Schlussfolgerung: Richtig gerecht ist unser Schulsystem erst wieder, wenn die Leistungsstarken und Leistungsbereiten ihre gesellschaftliche Belohnung erhalten. Und diese gesellschaftliche Belohnung heißt Distinktion. Durch höhere Bildungsabschlüsse. Durch Erfolg im Beruf. Durch mehr Geld und Einfluss.
So ähnlich, wenn auch gelegentlich verdruckster, konnte man es in zahlreichen Zeitungskommentaren der vergangenen Monate nachlesen, vor allem seit die jüngsten Pisa- und Timss-Ergebnisse eine Stagnation der Schülerleistungen in Deutschland gezeigt haben. Und stimmt es nicht auch? Haben wir uns von Bildungspolitik und Bildungsforschung zu sehr auf einen pädagogischen Kurs des Mittelmaßes und der falsch verstandenen Standardisierung einschwören lassen?
Ausgerechnet von den Pisa-Machern kommt nun eine Nachfolgeuntersuchung, die die gefühlte Plausibilität einer solchen Argumentation nein: nicht ins Wanken bringt. Sondern sie geradezu ad absurdum führt. Nichts ...
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