Eine Frage der Zeit
Horst Seehofer will G8 beseitigen. Was er gemeinsam hat mit vielen anderen Gegnern der Schulzeit-Verkürzung: Um Pädagogik geht es ihm zu allerletzt.

Freud: "Ministerpräsident CSU-Vorsitzender Horst Seehofer" , CC BY-SA 3.0
JETZT ALSO BAYERN. Zwar steht noch kein Termin für den Ausstieg aus G8 fest, aber dass der Freistaat Abschied nehmen wird von dem, was Kritiker verächtlich „Turbo-Abi“ nennen, scheint ausgemacht.
Horst Seehofer, CSU-Ministerpräsident und selbsterklärter Stimmungsseismograph, ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die vor knapp anderthalb Jahrzehnten beschlossene Schulzeitverkürzung die Wiederwahlchancen seiner Partei schmälert. Weswegen er das Thema im Februar demonstrativ zur „Chefsache“ machte und seitdem die Gespräche um die Zukunft von G8 selbst führt. Sein Kultusminister Ludwig Spaenle, maximal gedemütigt, nehme selbstverständlich an allen Runden teil, wird mitgeteilt.
Wer Seehofers Äußerungen der vergangenen Wochen nach einer pädagogischen Begründung für die Rückkehr zu 13 Jahren Schule durchsucht, wird kaum fündig werden. Um Pädagogik geht es Bayerns Regierungschef auch zu allerletzt.
Es ist eine der zahlreichen Paradoxien im G8-Streit: Die Erkenntnisse der Bildungsforschung, ihre Bestandsaufnahme der Stärken und Schwächen der Reform, haben die Politik eigentlich nie so richtig interessiert. Weil sie die Lehrer und Eltern nicht interessierte. Da konnten Wissenschaftler noch so oft betonen, dass ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen