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Faktenverdrehendes Niveau

Theresia Bauer war Deutschlands beliebteste Wissenschaftsministerin. Dann nahm die "Zulagenaffäre" ihren Lauf. Jetzt ermittelt ein Untersuchungsausschuss, und die Zeitungen berichten bundesweit über harsche Kritik am Krisenmanagement der Grünen-Politikerin. Wie konnte es soweit kommen? Und wie soll es weitergehen? Bauer stellt sich den Fragen – und geht in die Offensive.

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Artikelbild: Faktenverdrehendes Niveau

Frau Bauer, dreimal wurden Sie zur Wissenschaftsministerin des Jahres gekürt. Doch seit Monaten schreiben die Zeitungen aus anderen Gründen über Sie. Der baden-württembergische Landtag hat einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die sogenannte Zulagenaffäre an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg aufzuklären. Dabei geht es auch um Ihr Krisenmanagement und die Frage, ob Sie Ihre Pflichten als Ministerin verletzt haben. Hand aufs Herz: Was haben Sie falsch gemacht?

Die Vorwürfe, die da von interessierter Seite gegen mich erhoben werden, sind teilweise sehr harsch. Dabei ist es doch so: Der Untersuchungsausschuss sucht und fragt weiter, aber außer den immer gleichen Behauptungen kommt da nichts. Keiner der Vorwürfe gegen mich hat sich bislang erhärten lassen.

Wenn das so ist, warum berichten die Regionalzeitungen so intensiv über den Ausschuss, warum griffen zuletzt sogar bundesweite Titel wie die Süddeutsche Zeitung die Debatte auf? Sie hätten es nicht geschafft, die politische Oberhoheit zu gewinnen, folgerte die SZ .

Weil das Thema die Leute bewegt. Zulagen: Für viele schwingt bei dem Wort offenbar ein Ruch von Illegalität und Heimlichkeit mit, von Bereicherung sogar. Die Assoziationen scheinen ähnlich zu sein wie bei den Boni für Managern. Wenn man Zulagen so darstellt, bedient man Vorurteilsstrukturen, die in der heutigen Zeit gut laufen. Die meisten Leute außerhalb der Hochschulen wissen zum Beispiel gar nicht, dass vor Einführung der Zulagen das Grundgehalt der Professoren dauerhaft abgesenkt wurde. Aus dieser Gehaltssenkung werden ...

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Kommentare

#2 -

Udo Baumgartner | Fr., 08.06.2018 - 16:52
"Autonomy should not be used by higher education institutions as a pretext to limit the rights of higher-education teaching personnel.” UNESCO

Hier hätte offenbar neben den Institutionen auch die Ministerien genannt werden sollen...

#5 -

Klaus Hekking | Fr., 08.06.2018 - 22:39
Wenn in zahlreichen Fällen mehrere staatliche Hochschulen Leistungszulagen in Alterszulagen umwandeln, die Staatsanwaltschaft gegen die Vetantwortlich wegen Betrug und Untreue ermittelt, die Nachfolgerin des verantwortlichen Rektors die Sache pflichtgemäß aufklärt und dafür weggelobt wird und das Ministerium angeblich von nichts weiß, dann hat das kaum etwas mit verantwortungsvoller Aufsicht zu tun

#6 -

Anonymus | Sa., 09.06.2018 - 00:33
Die Rektorate, die an einer notorisch schwachen Governance leiden, können mit dem leistungsorientierten Instrument der Leistungszulage nicht umgehen. Und leider trifft das auf einen Großteil zu. Ich finde es sehr bezeichnend, dass eine Wissenschaftsministerin, die diese Tatsache ganz aktiv ignoriert, drei Mal zur Wissenschaftsministerin des Jahres gewählt wurde.

#7 -

Udo Baumgartner | Mi., 11.07.2018 - 11:56
Heute morgen lese ich in der Zeitung, dass die Ministerin zum Teil aufgewacht ist. Gut.



Allerdings erschöpft sich der Aufbau eines wirklichen selbständigen Hochschulmanagements nicht in Hilfe bei juristischer Expertise.



Auf allen Ebenen nicht nur in den "starken" Rektoraten erfordert ein Umbau zu selbständigen Hochschulen Sachkenntnis und Fingerspitzengefühl. Es ist nicht damit getan, nach rücksichtslosen Menschen mit Hau-Ruck-Mentalität Ausschau zu halten. Diese Umstellung ist ein schwieriges Projekt; ich hoffe es findet sich endlich die Geduld und Ausdauer, die dafür nötig ist (don't hold my breath).



Eine Illustration der jetzigen "starken" Führung: Der Präsident der Dualen Hochschule hat sich gegenüber uns ...

#8 -

Caelites | Do., 09.08.2018 - 03:06
Die Causa Ludwigsburg ist nur ein Beispiel von vielen für die Politik der faulen, pardon, von der ruhenden Hand von Frau Bauer.



Zur Erinnerung:



Im Jahr 2014 wurde infolge der Recherchen der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin unter der Leitung der Rechtsprofessorin und Mafia-Expertin Letizia Paoli bekannt, dass die Universitätsklinik Freiburg auf einem gigantischen Berg von gefälschten Doktorarbeiten und Promotionsarbeiten sitzt, welche der grüne Freiburger Rektor Hans-Jochen Schiewer und der Klinikchef Jörg Siewert geschwind unter den Teppich kehrten



https://www.nzz.ch/panorama/forschungsskandal_freiburg-ibr_sportmedizin-1.18673858



Auch die Habilitationsschrift des Ärztlichen Direktors Jörg Siewert zählt nach den Darlegungen in den einschlägigen Fachzeitschriften anscheinend zu den inkriminierten Schriften



https://www.nzz.ch/panorama/forschungsskandal_freiburg-ibr_sportmedizin-1.18673858



Was ...

#10 -

Thomas Wasmer | Do., 09.08.2018 - 23:50
Mit dem richtigen Parteibuch hat man in Bawue anscheinend die volle Unterstützung von Frau Bauer, egal was man macht

Beispielsweise hat Frau Bauer an einer privaten Hochschule in Karlsruhe eine Parteifreundin ohne Studienabschluss als neue Präsidentin platziert

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gruene-ex-ministerin-eveline-lemke-hochschulchefin-ohne-studienabschluss.fa7a014f-2a5c-4e9a-8f7e-fadbf15a389b.html

#11 -

Udo Baumgartner | Sa., 17.11.2018 - 14:39
Zum Untersuchungsausschuss „Zulagen Ludwigsburg“ lese ich heute: Ursachen und Schuldfragen interessierten nicht, sondern eine schnelle Lösung.



Macht total Sinn, wenn einem die Ursachen klar sind und die Schuldfrage egal. Sonst irgendwie nicht so.



Auch schlüssig ist, dass derUntersuchungsausschuss eine Empfehlung abgegeben hat, obwohl keine angefordert war. Wenn man denn Sinn seines Auftrags richtig verstanden hat, braucht es keine weiteren Worte.



Befördert Theresia Bauer endlich zur Wirtschaftsministerin.

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