Der kühle Blick
Hamburgs Schulsystem war lange ein Sorgenkind, seit einigen Jahren aber geht es steil bergauf. Das hat viel mit Bildungssenator Ties Rabe zu tun – und seinem Glauben an die Macht der Daten.

AM 21. MÄRZ setzte Ties Rabe einen Tweet ab, seinen einzigen in den letzten vier Monaten. Er lautete: "Sieben Jahre Schulsenator und seit heute bin ich dienstältester Schulminister Deutschlands." Ein Bildungspolitiker in Angeberlaune? Nicht ganz, denn dann folgte Rabes eigentliche Botschaft: "Kein Grund zu triumphieren - denn es tut Schulen nicht gut, wenn alle zwei Jahre der Minister wechselt und das Ministerium alles neu erfindet." Rabes Philosophie, in 280 Zeichen.
Seit 2011 ist Ties Rabe Bildungssenator in Hamburg, eine halbe Ewigkeit in diesem Amt: In zehn der 16 Bundesländer ist das Schulministerium in den letzten zwei Jahren neu besetzt worden. Seit drei Jahren ist Rabe zusätzlich Sprecher aller SPD-Kultusminister. Er gilt als mächtigster Bildungspolitiker, den die Sozialdemokraten zurzeit haben. Und mit Sicherheit als der erfolgreichste, seit die Hansestadt in den nationalen Bildungsvergleichen nach oben drängt. Er ist der Mann, der neben Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in den Pressekonferenzen sitzt, wenn Bund und Länder ihre gemeinsamen Bildungsinitiativen diskutieren, vom Digitalpakt bis zum geplanten Bildungsrat. Meist muss er nur ein paar Sätze sagen und schon gehen alle ...
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