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Tenure Track: Was kann Deutschland von den USA lernen?

In Amerika ist es das Rückgrat des hochschuleigenen Karrieresystems. Aber trägt es noch? Von Jeffrey Peck.

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Artikelbild: Tenure Track: Was kann Deutschland von den USA lernen?

IRGENDWIE KOMME ICH immer wieder auf das Thema Tenure Track zurück. Wahrscheinlich beschäftigt es mich besonders, weil eine amerikanische Struktur zunehmend auch in Deutschland installiert wird, spätestens seit Bund und Länder dazu ein milliardenschweres Programm aufgelegt haben. Das deutsche Bildungssystem befindet sich dadurch in einer zum Teil komplizierten Übergangsphase, über die ich mir Gedanken mache. Und da ich selbst derzeit in einer Übergangsphase bin, gibt es auch persönliche Gründe, dass mich dieses Thema besonders bewegt, und zwar über seine rein formalen, administrativen Aspekte hinaus.

Ich stehe am Ende meiner vierzigjährigen akademischen Tenure Track Karriere in Forschung und Lehre. Und in den letzten sieben Jahren als "Dean of Arts and Sciences" an einer amerikanischen Hochschule war ich derjenige, der für die Entwicklung der Karriere der jungen Assistant Professors bei ihrem Einstieg in den Beruf verantwortlich war. Ich habe sie interviewt, eingestellt und in den folgenden Jahren betreut, in denen sie dann ihren Weg im System fanden. Das war ein wesentlicher und wichtiger Teil meiner Arbeit, den ich sehr ernst genommen und zugleich sehr genossen habe.

Anfang und Abschluss sind zwei Seiten jedes Berufslebens, die mit sehr verschiedenen ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Di., 12.02.2019 - 09:07
Vielen Dank für diese Gedanken zum Tenure Track. Für ein funktionierendes Ternure Track System müssen wir in der Tat das komplette akademische System mit einbziehen. Das bedeutet u.a. auch zu erkennen, dass es in einem US-amerikanischen Universitätssystem eine klare Reihung der Institutionen gibt, mit den üblichen Verdächtigen an der Spitze. Dazu kommt noch ein Meer an weniger bekannten akademischen Einrichtungen inkl. Liberal Arts Colleges.



Das hat zur Folge, dass wenn ein/e Tenure Track KandidatIn an einer Uni in der ersten Liga scheitert, in der zweiten oder evtl. in der dritten Liga ein Auskommen finden wird. Eine gescheiterte Tenure Track Evaluierung ...

#2 -

René Krempkow | Di., 12.02.2019 - 13:22
Auch von mir vielen Dank für diese Gedanken zum Tenure Track. Zu Ihrer Einschätzung: "In der Gesamtschau ist das System für die jungen Wissenschaftler_innen, die für ihre Karriere arbeiten, nicht immer so fair, wie es aussieht..." gibt es für Deutschland neuere Studien. Sie untersuchten dies sowohl für den Berufungserfolg von Juniorprofessuren als auch für alle Professuren. Und sie legen nahe, dass die soziale Herkunft auch noch beim letzten Schritt auf dem Weg zur "Lebenszeitprofessur" eine sehr große Rolle spielt - und dies zudem über fünf Jahrzehnte hinweg betrachtet zuletzt in einem zuvor nicht beobachteten Ausmaß! (Für einen zusammenfassenden Überblick und ...

#3 -

TenureExperte | Mo., 11.03.2019 - 19:08
Inwieweit sich das Tenure Track Verfahren in Deutschland bewährt, wird sich noch zeigen.

Nach meinen eigenen Beobachtungen gibt es eine Reihe von Problemfeldern, die nicht adressiert werden.



In den USA gehen Professoren/-innen, die ihre Tenure nicht erhalten haben mehr oder minder erfolgreich in die zweite Bildungsliga bzw. in die Wirtschaft. In Deutschland wird ein Professor nicht angestellt, sondern er/sie werden verbeamtet. Die Verbeamtung bringt eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich, die, wenn man sie gekostet hat, ungern wieder aufgeben möchte. Will sagen: Die Wechselbereitschaft eines Professors ist bei weitem nicht so hoch, wie in den USA. Zumal in Deutschland ...

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