Wachstumsschmerzen
Lange galten die Fachhochschulen als kleine Schwestern der Universitäten. Doch sie wollen mehr.

Foto: Peter Oldekop " TH Lübeck Neues Hörsaalgebäude" - CC BY-SA 3.0 .
MIT 50 JAHREN darf man schon mal großspurig sein. Und so gaben die knapp hundert Präsidenten der deutschen Fachhochschulen (FH) ihrem Mitte Juni beschlossenen Positionspapier einen schwergewichtigen Namen: Lübecker Manifest. Benannt nach dem Veranstaltungsort ihrer großen Jubiläumsfete. In der Unterzeile stand, worum es gehen sollte: "Von der Fachhochschule zur Hochschule für Angewandte Wissenschaft".
Dahinter verbirgt sich die Geschichte einer Evolution, auch einer Emanzipation: Fachhochschule will man nicht mehr heißen, sondern eben HAW. Auf Englisch klingt das noch besser: Als University of Applied Sciences werben diese Hochschulen weltweit für ein praxisnahes Studium.
Die Botschaft des Manifests erging an Universitäten und die Politik. Sie lautet: Wir sind wer in der Wissenschaft. Nehmt uns endlich ernst!
Das zur Schau getragene Selbstbewusstsein hat zwei Gründe. Zum einen hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) Anfang Mai den Ländern viele Bundesmilliarden zugesagt. Mit dem Geld des sogenannten Zukunftsvertrages sollen sie "Studium und Lehre stärken". Die HAWs betonen, sie hätten in den vergangenen Jahren die Hauptlast der Hunderttausenden zusätzlichen Studenten übernommen – weshalb sie jetzt auch besonders viel von dem ...
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Kommentare
#1 - Der Konflikt schwelt ja schon lange, und so langsam hat…
1. Zum einen ist es so, dass auf der FH-Seite in der Regel alle die Uni-Seite wirklich kennen, da sie dort studiert, promoviert und teilweise gearbeitet haben. Die Uni-Seite kennt die Fachhochschulen dagegen kaum, weil kaum jemand dort studiert oder gearbeitet hat. ...
#2 - Der Mythos von den "theorielastigen Unis" und den "wendigen…
Ein Blick in die relevanten Kennzahlen sagt: Drittmittel aus der gewerblichen Wirtschaft der deutschen Unis im Jahr 2017 - 1,3 Mrd. Euro. HAW: 136 Mio. Euro. Gemessen an deren eigenem Anspruch, den sie ja durchaus hörbar verkünden, ist das ziemlich kläglich.
Und: unser Wissenschaftssystem leidet nicht an zuwenigen Doktoranden. Leider fehlt der Politik der Mut, einen MD bei den Medizinern einzuführen und die externen Promotionen abzuschaffen. Das Ziel sollte sein "besser" und nicht "zahlreicher".
#3 - Ruth Himmelreich ist zuzustimmen - und ich wundere mich,…
Dass sie sich im Ausland - mit Segen der HRK, die dem Konflikt ...
#4 - Als Universitätsprofessor im Mint-Bereich kann ich Herrn…
'Aber für das Promotionsrecht, das die Unis zurecht als "Alleinstellungsmerkmal" mit Klauen und Zähnen verteidigen - auch gegen die MPI - sind die FH wissenschaftlich einfach zu schwach.'
Zur Prüfung dieses Sachverhalts genügt es, die Publikationstätigkeit der FH-Kollegen in Augenschein zu nehmen. Auf welchem Niveau, in welchen Zeitschriften wird wieviel publiziert? Da sieht es in der Regel eben düster aus. Und genau dieser Sachverhalt sollte eigentlich schon genügen, um die Debatte zu beenden.
#5 - "Auf welchem Niveau, in welchen Zeitschriften wird wieviel…
#6 - @Th.Klein: dass diese Argumentation die Debatte für die…
#7 - Wir sollten in der Tat das Promotionsrecht nicht an der…
#8 - @tmg: Das ist zu einfach gedacht und setzt voraus, man…
Und auch bei den Regeln zur Qualitätssicherung der Promotion gehen FHs in die Offensive, während Universitäten vielerorts Nachholbedarf haben, trotz der Beteuerungen, es hätte sich in den letzten Jahren so viel getan. Eine Trennung von Betreuung und Begutachtung, wie an der Hochschule Fulda, gibt es nur in etwa 10% der ...
#9 - Bei aller Konvergenz, die sich in den letzten Jahren in…
Dass es aber auch an Universitäten Qualitätsprobleme in der Promotion gibt, zeigt sich, wenn auf Grund mangelnder Betreuung und defizitärer Begutachtung, ein wissenschaftliches Fehlverhalten angezeigt wird. In einem solchen Fall haben Präventivmaßnahmen versagt und da Negativschlagzeilen bekanntlich „der Exzellenz“ schaden, kommen auch die universitären ...
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