Wer macht mit?
Bund und Länder suchen den Träger für die neue Förderorganisation für die Hochschullehre. Ein Überblick über das Feld potenzieller Bewerber, ihre Motive – und die Frage, was aus den bisherigen Projekten des Qualitätspakts Lehre wird.

Foto: StockSnap / pixabay - cco.
ES SIND FORMULIERUNGEN, technischer geht es kaum. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hat Mitte Juli das "Interessenbekundungsverfahren für die Ansiedlung einer Organisationseinheit "Innovation in der Hochschullehre" gestartet. Doch hinter der Aneinanderreihung komplizierter Substantive, die die GWK auf ihrer Website online gestellt hat, verbirgt sich ein langgehegter Wunschtraum vieler Hochschuldidaktiker.
Den endlich soll sie kommen, eine eigene Förderorganisation für die Hochschullehre, wie sie zum Beispiel der Wissenschaftsrat 2017 mit Nachdruck gefordert hatte. Sie soll dabei helfen, den Stellenwert der Lehre auf Augenhöhe mit der Forschung zu heben, die seit vielen Jahrzehnten massive Projektförderung erhält – vor allem über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). "Ich persönlich finde, eine solche Organisation wäre eine wunderbare Sache", hat die Wissenschaftsratsvorsitzende Martina Brockmeier gesagt .
Viele Länder fanden das nicht unbedingt, vor allem die mögliche Eigenständigkeit störte sie – und so einigten sie sich im Frühjahr mit dem Bund auf eine auf den ersten Blick eigenartige Konstruktion. Die neue eigene Organisation darf nämlich nur "Organisationseinheit" heißen, sie soll zugleich unabhängig sein und doch auch wieder nicht. Oder um den Text der GWK-Ausschreibung zu zitieren: "Bund und Länder wollen eine neue rechtlich nicht selbständige, aber weitgehend unabhängige Organisationseinheit unter dem Dach einer geeigneten Trägerinstitution ansiedeln, mit eigener Teilsatzung, eigenem Teilwirtschaftsplan und eigenen Gremien."
150 Millionen Euro pro Jahr sollen der neuen Organisation (ich bleibe mal bei dem Begriff) von 2021 an zur Verfügung stehen. Sie soll Lehrprojekte fördern und die bundesweite Vernetzung von Hochschullehrern organisieren, und sie soll dafür sorgen, dass all die guten Ideen auch ihren Weg finden in den regulären Lehrbetrieb. Doch weil sie rechtlich nicht eigenständig sein darf, muss zuvor erstmal besagte "geeignete Trägerinstitution" gefunden werden, und dem dient die von der ...
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Kommentare
#1 - Der Trend zur projektbasierten und befristeten Finanzierung…
#2 - "zumal die laufende Förderung mitten im Wintersemester…
Das hat man bei uns so gelöst, dass wir einfach nur Verträge bis zum 30.9. bekommen haben... erhöht den Druck für uns Einzelpersonen noch stärker, als für die HS.
#3 - So bedingungslos selbstlos, muss die Trägerinstitution gar…
(§8, Punkt 4, Verwaltungsvereinbarung [...] über Innovation in der Hochschullehre)
Und die Fortführung der QpL-Aktivitäten soll ja wesentlich durch den Zukunftsvertrag "Studium und Lehre stärken" erfolgen. Das lese ich zumindest aus dem BMBF-Statement: https://www.bmbf.de/de/karliczek-gute-zukunft-fuer-deutsche-wissenschaft-geschaffen-8827.html
"Mit dem Zukunftsvertrag "Studium und Lehre stärken" investieren wir in flächendeckende Qualitätsverbesserungen in Studium und Lehre. [...] Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, ...
#4 - In der Tat frage ich mich, warum so wenig über die…
#5 - Wie sollen Hochschulleitungen in dieser Sache nachhaltig…
Leider wird vielen Hochschulleitungen gar nichts anderes übrig bleiben, als Verträge auslaufen zu lassen.
#6 - Verträge auslaufen lassen ... die Leute laufen jetzt schon…
#7 - Ja, die Finanzierungslücke ist misslich und wäre bei…
Allerdings bietet diese Situation auch eine Chance: Nämlich für alle diejenigen Hochschulen, deren Hochschulleitungen entsprechende Prioritäten setzen (wer sonst sollte dies tun? ;-)) und sehr bewusst schauen, wen sie unabhängig von Projektgeldern unbedingt halten (oder von anderen Hochschulen gewinnen) wollen. Das muss dann zumindest in der Lücken-Überbrückungszeit wohl oder übel aus Haushaltsgeldern geschehen. Aber hier zeigt sich dann auch, was wohlfeile Reden von der "Bestengewinnung" sind, und was konkretes Handeln ist.
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