Direkt zum Inhalt

Aus der Zeit gefallen

Dass Deutschlands Unis bröckeln, liegt nicht nur am knappen Geld, sondern an einer aberwitzigen Praxis im Hochschulbau, sagt Marcelo Ruiz vom HIS Institut für Hochschulentwicklung.

Bild
Artikelbild: Aus der Zeit gefallen

Foto: Wokandapix / pixabay - cco.

Herr Ruiz, wenn es um die Höhe des aufgelaufenen Sanierungsstaus geht, überbieten die Hochschulen einander mit Superlativen. Deutschlandweit sollen 35 Milliarden Euro nötig sein, um Hörsäle, Bibliotheken, Verwaltungsgebäude und Labore auf Vordermann zu bringen. Doch Sie sagen: Das Geld ist gar nicht das größte Problem?

Na ja, man muss schon konstatieren, dass sämtliche Landesregierungen über Jahrzehnte hinweg viel zu wenig in die öffentlichen Gebäude investiert haben. Wenn man sich die vielen maroden Schulen und Hochschulen ansieht, werden die Folgen dieses wortwörtlichen Kaputtsparens offensichtlich. Doch in den letzten Jahren beobachte ich ein Umdenken, einige Länder haben milliardenschwere Programme für den Hochschulbau aufgelegt, das ist durchaus bemerkenswert. Doch Geld allein wird es eben nicht richten.

Wieso?

In vielen Bereichen haben die Hochschulen sich professionalisiert, in der Administration digitaler Lehrangebote genauso wie in ihrem Forschungsmanagement. Aber es gibt einen Bereich, der aus der Zeit gefallen zu scheint: die Verwaltung des Hochschulbaus. Da wird immer noch mit einem geradezu aberwitzigen Modell operiert.

Welches Modell meinen Sie?

Stellen Sie ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Ruth Himmelreich | Di., 17.09.2019 - 13:25
Zitat: "So ein Präsident verkennt, dass eigentlich seine eigene Bauabteilung für den Zustand der Uni verantwortlich ist." Aha - hat Herr Ruiz mal überprüft, was eine Bauabteilung einer Universität so darf und was nicht? In meinem Bundesland darf sie fast nichts, was den tatsächlichen Bau betrifft. Es ist mehr oder weniger nur die Gebäudebewirtschaftung, also von Strom bis Hausmeister.

Für fast alles andere braucht man das staatliche Bauamt. Wir streiten darum, ob die Bauabteilung der Unis Kleinstmaßnahmen von wenigen tausend Euro selbst beauftragen darf. Sonst ist die staatliche Seite zuständig, die tatsächlich zu dem oben genannten Verhalten neigt: man macht ...

#2 -

Steffen Prowe | Di., 17.09.2019 - 15:15
Interessant. Der Blick nach NL mag Sinn machen, nur möge man sich mal vorstellen eine dt. Hochschule (und vor allem nicht die riesigen Elite-Unis!) solle das alles selbst bewerkstelligen.

Personal zu bekommen ist das eine, Projekte stemmen (inkl aller Vorschriften zu Ausschreibung, Bau etc....) das andere.

Was aus meiner Sicht viel mehr Sinn machte ist, solche Vorhaben gemeinsam in einer Art Bauherren-Modell oder (wie auch immer) geplant, errichtet und unterhalten wird. So könnte (und müsste) zB in Berlin die zuständige Senatsverwaltung IN der Hochschule "Bau" miterleben, und nicht nur aus dem x. Stockwerk einer Behörde. Probleme und Bedarfe miterleben und ...

#3 -

Marcelo Ruiz, HIS-HE | Do., 19.09.2019 - 17:15
Liebe Frau Himmelreich,

Sie haben Recht. Es gibt nach wie vor Zuständigkeitsverteilungen in einigen Bundesländern, die zu sehr (sehr) geringen baubezogenen Verantwortungen der Hochschulen führen, was meine Kollegen Stibbe, Stratmann und Söder-Mahlmann 2012 auch beschrieben haben. Aber republikweit haben Hochschulen in den letzten Jahren an Kompetenzen hinzugewonnen. Ihr Beispiel habe ich nicht mehr beschrieben (welches Bundesland?), weil ich es für noch irrationaler halte, als diejenigen mit verteilten Zuständigkeiten. Wenn ein Akteur – meiner Meinung sollten das die Hochschulen als Nutzer sein – die volle Verantwortung hat, dann gibt es keine Verschiebebahnhöfe, keine politisch motivierten Schuldzuweisungen, keine schlechten Auslastungen der Räume ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.