Brücken bauen, rote Linien ernstnehmen
Deutschland sollte in der Wissenschaft weiter mit der Volksrepublik kooperieren. Aber wenn rote Linien überschritten sind, müssen auch Konsequenzen folgen.

DER KÜNFTIGE DAAD-PRÄSIDENT Joybrato Mukherjee zählt es zu den " schwierigen Partnerländern "; Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, spricht von "roten Linien", die es bei wissenschaftlichen Kooperationen mit der Volksrepublik China festzulegen gelte.
Von vermeintlich kleinen Aufregern (das zweimonatige Wegsperren eines japanischen Forschers wegen "Spionageverdachts") bis hin zu dramatischen staatspolitischen Affären (die Massenproteste in Hongkong, die Rolle der Studierenden und ihre Behandlung durch die Staatsorgane): Es würde die Länge dieses Textes sprengen, alle Fälle aufzählen zu wollen, die allein in den vergangenen Monaten den Umgang Chinas mit den Menschenrechten im Allgemeinen und mit der Wissenschaft im Besonderen zum Gegenstand weltweiter Berichterstattung gemacht haben. Hinzu kommen weniger diskutierte, aber für die Wissenschaft ebenfalls wichtige Themen wie die Beachtung wissenschaftlicher Standards oder auch die Frage, wie frei und unabhängig von Weisungen aus Peking eigentlich die chinesischen Studierenden in Deutschland agieren.
Wissenschaft lebt vom freien Fluss der Ideen
Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon skurril, wie sehr das Verhältnis von Deutschland und anderen westlichen Staaten zu China auch und gerade in der ...
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