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Der falsche Zeitpunkt

Da sind sie wieder: Die Forderungen, angesichts steigender Corona-Zahlen den schulischen Regelbetrieb zu beenden. Ein Glück, dass die Bildungspolitik dieselben Warnungen im Frühsommer ignoriert hat.

DER SPD-GESUNDEITSPOLITIKER Karl Lauterbach warnt, Präsenzunterricht könne "zum Superspreading-Event werden" und fordert Anpassungen. Auf Twitter erklärte er gestern: "Schulen beginnen früh zur Stosszeit, dauern bis mittags. Volle Klassen, Busse, keine Abstände. Alleine Masken und Lüften sollen es richten. Das wird nicht reichen. Luftfilteranlagen, Klassenteilung, Anpassung von Lehrplänen, zusätzliche Räum sind nötig." Viele Betriebe seien besser vorbereitet als Schulen.

Mit letzterer Feststellung – vor allem, was die technische Ausstattung angeht – dürfte Lauterbach Recht haben. Ansonsten bleibt festzuhalten: Wäre es nach Lauterbach gegangen, hätten die Schulen in diesem Frühjahr gar nicht wieder aufgemacht . Im Mai verkündete er auf Twitter, der reguläre Unterricht müsse für mindestens ein Jahr lang ausfallen. "Das kann jetzt als epidemiologisch sicher gelten. Daran ändern weder Apps noch Masken etwas. Es ist die Übertragung durch Aerosole und Kontakte im Klassenraum."

Die öffentliche Diskussion, forderte er damals, müsse sich verschieben weg von der Frage, "wer zuerst öffnet, hin dazu, welches Bundesland es schafft, mit Homeschooling und besonderer Unterstützung der bedürftigen Kinder das nächste Schuljahr zu organisieren."

Was für Lauterbach damals ...

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Kommentare

#1 -

N. Dehne | Fr., 09.10.2020 - 15:04
Hallo,

wir sind uns sicher alle einig, dass der Lockdown der Schulen im Frühjahr schlecht für die Kinder und Jugendlichen war und in der Form nicht wiederholt werden sollte. Ich muss Ihnen aber bzgl. der Interpretation der bisherigen Daten widersprechen. Es gibt derzeit keine guten Studien, die den Einfluss von Kindern und Jugendlichen auf die Verbreitung des Virus/den Verlauf der Pandemie zeigen. Wir wissen bisher, dass Kinder das Virus ebenfalls bekommen, dass sie selten erkranken aber das sie durchaus Virus im Rachenbereich produzieren und damit auch andere anstecken können. Welche Bedeutung das für die Pandemie hat, kann man an den ...

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Fr., 09.10.2020 - 19:13
@N. Dehne: Vielen Dank für Ihr Feedback. Ich bin da gar nicht so weit weg von Ihnen, was die Unsicherheit in Bezug auf das Kommende angeht. Nur zwei Anmerkungen: 1. Ich analysiere die Zahlen, wie sie seit den Schulöffnungen waren, und treffe ganz bewusst keine Aussagen darüber, wie es weitergeht. 2. Das mit dem niedrigen Infektionsgeschehen in den vergangenen Monaten stimmt und war immer eines meiner Argumente, den Vollbetrieb zuzulassen. Den wollten nämlich trotz des niedrigen Infektionsgeschehens manche (auch Herr Lauterbach) lange nicht. Deshalb meine Schlussfolgerung: Die Öffnung war in jedem Fall schon ein Erfolg – egal, wie es jetzt ...

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