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Große Geste, großes Raunen

Hochschulen ohne die traditionellen Gremien? Markus Söder und sein Wissenschaftsminister Bernd Sibler wollen Bayerns Hochschulgesetz neu schreiben. Doch ihre bisherige Kommunikation der Reform ist miserabel.

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Artikelbild: Große Geste, großes Raunen

Hippokrates-Statue vor der Bayerischen Staatsbibliothek. Foto: CC BY-SA 3.0 .

DIE WOGEN SCHLAGE HOCH in Bayerns Hochschulpolitik. Dass Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Sachen Wissenschaft einen besonderen Ehrgeiz entwickelt, war schon länger zu bemerken. Die Neugründung einer Modell-TU Nürnberg, gepäppelt mit Milliarden. Die "Hightech Agenda Bayern", die 1000 neue Professuren bringen soll, darunter 100 neue KI-Lehrstühle. Beide Initiativen sorgten für Begeisterung bei den einen, bei anderen für Augenrollen und die Frage, was von den vollmundigen Versprechungen am Ende bleibt.

Jetzt wollen Söder und sein Wissenschaftsminister Bernd Sibler das Hochschulgesetz reformieren. Auch hier geht es vor allem dem Regierungschef offenbar um die ganz große Geste. Weshalb, so ist zu hören, Söders Staatskanzlei die Sache zwischenzeitlich sogar selbst in die Hand genommen hat.

Eckpunktepapiere in

unterschiedlichen Versionen

So wie überhaupt viel zu hören ist in der Angelegenheit und wenig konkret ist. Es gibt bislang keinen Gesetzentwurf, dafür kursieren Eckpunktepapiere in unterschiedlichen Versionen, von denen keine offiziell veröffentlicht ist. Offiziell gibt es nur einen 70-Fragen-Katalog, der vergangene Woche in einer Sitzung des zuständigen ...

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Kommentare

#1 -

tmg | Mo., 19.10.2020 - 11:33
oh je ... was für ein starkes, unterschwelliges Ressentiment gegen Universitätsprofessoren kommt in diesem Artikel wieder einmal zum Vorschein. Die weitere 'Entfesselung' von Universitäten kann nur schiefgehen. Die Anzahl sinnloser Studiengänge, mit denen weder Wissenschaft noch Wirtschaft etwas anfangen können, aber studentische 'Kundschaft' geblendet werden kann, würde explodieren. Einrichtungen für Transfer in die Wirtschaft würden massiv erweitert werden, allerdings bedeutunglos bleiben, da wirklich relevante wirtschaftliche Innovationen nun einmal nicht wie Pilze im Wald wachsen, und nicht an jeder Ecke eine TUM errichtet werden kann. Letzteres scheint mir prinzipiell das große Missverständnis vieler Kreise in Politik und Journalismus zu sein. Die ...

#4 -

Klaus Diepold | Mo., 19.10.2020 - 20:01
Da muss ich mal dem SKEPTIKER widersprechen - man kann Wolfgang Herrmann sicher Einiges vorwerfen und/oder ihn auch kritisieren, aber seine Bilanz bzgl. wissenschaftlich wirksamer Initiativen an der TUM ist sicher positiv.

#5 -

Skeptiker | Mo., 19.10.2020 - 22:06
@Klaus Diepold: Nun, Sie gehören selbst der TUM an. Daraus folgt sicher noch nicht ipso facto, dass Ihr Kommentar gefärbt ist. Aber daraus folgt sehr wohl, dass es Ihnen obliegt, konkrete Beispiele zu benennen und Ihre Einschätzung zu begründen.

#6 -

David J. Green | Di., 20.10.2020 - 20:42
Zur PM vom 20.10.: Die hoch umstrittenen Änderungen zur Governance, also die Freigabe der Gremienstruktur, entspricht angeblich einer wesentlichen Forderung der Hochschulen selber. Mich hat diese Aussage ziemlich überrascht. Dürfte ich fragen, was wir über diese Forderungen wissen, und von welchen Hochschulen sie stammen?

#7 -

Klaus Diepold | Mi., 21.10.2020 - 10:51
@Skeptiker
Ich kann jederzeit gerne und ausführlich Beispiele für wirksamen Maßnahmen sowie auch für Reklameaktionen differenziert darstellen. Aber nicht in den Kommentarfeldern dieses Blogs. Sie können mich gerne jederzeit kontaktieren.

#8 -

Corinna M. Dartenne | Mi., 21.10.2020 - 13:47
Lieber Herr Wiarda,

in Ihrem Artikel steckt wenig Reflexion zu der Frage, was es bedeuten könnte, die Hochschulautonomie noch weiterzutreiben und damit den "akademischen UnternehmerInnen" in die Hände zu spielen. Sie kennen doch sicher noch den SPIEGEL-Artikel "L´Uni - c´est moi", oder? Falls nicht, hier finden Sie ihn:

https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/89868083

Der Untertitel lautet übrigens: "Die Uni-Präsidenten, einst nette Grüßauguste, regieren heute ihre Hochschulen wie Königreiche. Sie verfügen über ungeheure Macht, manche

missbrauchen sie. Jetzt regt sich Widerstand: gegen Mauscheleien, zu hohe Gehälter und irrwitzige Prestigeprojekte." Davon möchten Sie in Ihrem Blog aber nichts wissen, schade.



Mit herzlichem Gruß

Corinna M. Dartenne

#9 -

McFischer | Fr., 23.10.2020 - 14:28
@tmg:

Ihrem Kommentar kann ich nur widersprechen:

"Die weitere 'Entfesselung' von Universitäten kann nur schiefgehen. Die Anzahl sinnloser Studiengänge, mit denen weder Wissenschaft noch Wirtschaft etwas anfangen können, aber studentische 'Kundschaft' geblendet werden kann, würde explodieren."

Aus meiner Erfahrung entstehen kleinteilige, hochspezialisierte Studiengänge immer dann, wenn Professoren/innen ihr eigenes (Spezial-)Fachgebiet zum Nabel der Fachwelt erklären und hier unbedingt meinen, mindestens einen eigenen Masterstudiengang anbieten zu müssen. Die Leitungsgremien, egal ob Präsidium oder Fakultät, sehen das in der Regel kritisch, können oder wollen sich aber hier nicht durchsetzen. (Das Argument, dass "weder Wissenschaft noch Wirtschaft" etwas damit anfangen können - ist ...

#10 -

Klaus Diepold | Fr., 23.10.2020 - 15:57
Hochspezialisierte Studiengänge ohne wirtschaftlichen/gesellschaftlichen/wissenschaftlichen Bedarf?

Wie geht denn das?

Vielleicht bin ich naiv oder habe eine eingeschränkte Wahrnehmungswelt, aber das sind doch Dinge, die eine Fakultät diskutiert und zumindest mit dem Senat abklärt. Wie kann es da zu Alleingängen kommen?

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