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Die Politik hat zu wenig Gas gegeben

Schule in Coronazeiten: Wer verantwortet Unterricht für alle Schüler, digitale Bildung und Gesundheitsschutz? Ein Streitgespräch zwischen Lehrerverbands-Chef Heinz-Peter Meidinger und FDP-Bildungspolitiker Thomas Sattelberger.

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Artikelbild: Die Politik hat zu wenig Gas gegeben

Foto: Stefan Müller / Pixabay.

Herr Meidinger, kapituliert der Deutsche Lehrerverband (DL) vor Corona?

Heinz-Peter Meidinger: Keineswegs. Wir nehmen unsere Verantwortung für unsere Mitglieder und für gute Bildung wahr und mischen uns deshalb aktiv in die Debatten über Schule in Zeiten der Pandemie ein.

Herr Sattelberger, der Kapitulationsvorwurf stammt von Ihnen. Sie haben ihn neulich per Pressemitteilung gemacht, als Herr Meidinger die Möglichkeit eines zusätzlichen Schuljahres vorschlug, um den coronabedinguten Unterrichtsausfall zu kompensieren.

Thomas Sattelberger: Und dabei bleibe ich, Herr Meidinger! Mit Ihrem Vorschlag waren Sie gefährlich nah dran, das laufende Schuljahr vorschnell aufzugeben. Indem Sie Schülern nahelegen, sie könnten ja freiwillig in kleineren Klassen ein Jahr dranhängen, tun sie diesen nur oberflächlich betrachtet einen Gefallen. In Wirklichkeit senden Sie das Signal in Richtung Schulen und Bildungspolitik: Es ist schon in Ordnung, wenn Ihr jetzt den Druck rausnehmt. Dabei müsste die Botschaft jetzt lauten: Wir nehmen alle Kraft zusammen, um den täglichen Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten und gleichzeitig alles zu tun, damit Schule unter möglichst sicheren Hygienebedingungen stattfinden kann.

Meidinger: Ich kann nicht sehen, warum die Forderung, den Schülern keine dauerhaften Nachteile aus der Krise entstehen zu lassen, nicht in deren Interesse liegen soll. Wir wissen, dass wir in der Zeit des Fernunterrichts im Frühjahr längst nicht alle Schüler erreicht haben, dass es schwierig war, alle Schüler gleichermaßen zu motivieren und die Lerndefizite zum Teil ...

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